Have you seen that hilarious ad?

“Have you seen that hilarious ad?”
“Yeah, so great. Which brand was it for again?”
“Uhm … well … no idea.”

I’m sure you know that ad. Or a similar one.

You may also know that elaborate talk in which the speaker so eloquently used all sorts of linguistic devices. Or that presentation with the beautiful slides. That website with the clever animation.

The audience cheered. But they never bought.

Because they didn’t get the point. And thus, didn’t buy. Or worse, they bought but now they are disappointed because they expected something different.

A lot of effort goes into optimising the looks of a piece or the feel of a talk to build something that’s super beautiful, hilarious, eloquent, and clever.

Something that hits right into the bull’s eye.

Only that it’s been the wrong target. Not the one that was intended.

That’s because a lot of communicators start with refinements before they get the big picture right. They start with the details before the focus is properly set.

It’s much more effective to get the target right first. What is that piece for? Who is it for? What needs to change for them? What do they need to make the leap from there to here?

The only way to become more quick-witted

Quick-witted people are quick-witted because they often respond quickly. Quite simply they have a lot of practice at being quick-witted.

If they do it often enough, they’ll hit the mark often enough. And can learn from every hit. The laughter of the group confirms: Well done! More of this!

But it’s also true that quick-witted people don’t always hit the mark. On the contrary. Quite often they miss the target. Sometimes big time. It’s the mass that compensates for this. If you score enough hits, the missed shots don’t matter much. It’s not the many so-so comments that are remembered but the few bull’s-eyes.

Quick-wittedness is one of those skills where perfection is completely counterproductive because the perfect opportunity has long passed while you’re still looking for the perfect answer. Quick to respond, quick to take the win, quick to move on if it wasn’t a hit.

The crucial thing is this: You can’t learn this in theory because it always requires spontaneity.

Spontaneity has to be practiced. If only because the nervousness of the first time needs to be overcome so that it doesn’t get into your way. If you rarely even try to be quick-witted, the problem is that each time will feel like the first time.

So, if you want to become more quick-witted, the next conversation is the best time to start. Let go of perfection, respond quickly, see what happens, and learn from it.

Yet, allow me to ask one more question: Why do you actually want to become more quick-witted? Why do you feel you need to be quicker to respond?

Being quick-witted is one thing. But when the laughs have faded, and then the much more thoughtful comment comes from someone in the background … that comment often takes a conversation much deeper.

That’s why you might also want to consider this approach: Listen better, think deeper, share more generous thoughts – even if that takes a bit longer.

Der einzige Weg, um schlagfertiger zu werden

… ist, den Mund aufzumachen.

Schlagfertige Menschen sind schlagfertig, weil sie oft schnell antworten. Sie haben ganz einfach Übung darin, schlagfertig zu sein. Weil sie es oft genug tun, treffen sie oft genug ins Schwarze. Und aus jedem Treffer lernen sie, denn das Lachen der Gruppe bestätigt: Gut gemacht! Mehr davon!

Doch wahr ist auch: Schlagfertige Menschen treffen bei weitem nicht immer. Im Gegenteil. Sie sind oft genug auch peinlich. Doch die Masse macht’s. Wer genug Treffer erzielt, dem machen ein paar Schüsse daneben nicht viel aus. In Erinnerung bleiben – auch bei den anderen – nicht die vielen halb so witzigen Kommentare, sondern die wenigen Volltreffer.

Schlagfertigkeit gehört zu den Eigenschaften, bei der Perfektion vollkommen schädlich ist, weil die perfekte Gelegenheit schon lange verstrichen ist, während man immer noch nach der perfekten Antwort sucht. Schnell reagieren, schnell den Gewinn einstreichen, schnell weitermachen, wenn’s kein Treffer war.

Man kann sich Schlagfertigkeit auch nicht rein theoretisch erarbeiten, denn Schlagfertigkeit erfordert immer Spontaneität und Spontaneität muss man praktisch üben. Schon alleine weil die Nervosität des ersten Mals zunächst überwunden werden will. Wer aber selten versucht schlagfertig zu sein, für den fühlt sich jedes Mal wie das erste Mal an.

Wenn Sie also schlagfertiger werden wollen, dann ist das nächste Gespräch der beste Zeitpunkt, um damit anzufangen. Perfektion an den Nagel hängen, schnell antworten, schauen, was passiert, und daraus lernen.

Aber erlauben Sie mir noch eine Frage: Warum wollen Sie denn eigentlich schlagfertiger werden? Warum haben Sie das Gefühl, Sie müssten schlagfertiger sein? Schlagfertigkeit ist das Eine. Aber wenn die Lacher erstickt sind, und dann die viel bessere, bedachte Anmerkung aus dem Hintergrund kommt, bringt das ein Gespräch oft viel weiter. Das wäre nämlich auch eine Option. Besser zuhören, schärfer nachdenken, wertschätzender formulieren.

Let’s Talk: Das Bemerkenswerte liegt im Alltag

Open Mike, zu deutsch „Offenes Mikrofon“, was soll das denn bitte sein? In der dritten Folge von Let’s Talk erklärt mir das der Comedian Heino Trusheim aus Hamburg.

Außerdem unterhalten wir uns u.a. darüber, wie man das Bemerkenswerte im Alltag erkennt, wie man Leute enttarnt, die Pornos gucken, und warum die Deutschen statt zu lernen, wie man bessere Witze erzählt, eher einen Witzeroboter entwickeln würden.

Unbedingt reinhören:

Links zu Let’s Talk

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Homepage von Let’s Talk

So wird man wissenschaftlich glaubwürdig

Ein Paradebeispiel an wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit: Dr. Nick Laslowicz vom Institute for Centrifugal Research

Wir erleben gerade so etwas wie die Blütezeit des Plagiats. Da schadet es nicht, sich an ein paar Grundlagen zu wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit zu erinnern. Sie brauchen:

  • einen weißen Forscherkittel – wirkt noch besser, wenn Sie selbst weiße Haare haben.
  • ein paar wissenschaftlich aussehende Skizzen, die zwar niemals funktionieren könnten; aber das kann ja sowieso keiner so schnell durchschauen.
  • eine Geschichte darüber, wie alles begann – vergessen Sie auf keinen Fall die Mitleid erregenden Fehlschläge.
  • ein paar Statistiken, die wahllos an den Haaren herbeigezogen sind, aber unheimlich seriös klingen.
  • ein Labor mit veraltetem Mobiliar und noch älteren technischen Geräten.
  • einen Bauhelm

Damit verkaufen Sie jede verrückte Idee, ungefähr so:

Till Nowaks Kurzfilm wurde im vergangenen Jahr zurecht vielfach ausgezeichnet. Wer mehr erfahren möchte, findet Hintergründe zu den Automaten auf der Webseite des Institute for Centrifugal Research.

Alaaf!

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Erst die Botschaft, dann der Humor

Lustige Werbung erhöht die Aufmerksamkeit. Aber wenn sie keinen Bezug zum Produkt hat, bleibt sie trotzdem wirkungslos. Auch lustige Werbung braucht eine überzeugende Botschaft.

Schon irgendwie komisch: Wenn Werbung nur lustig genug ist, schauen sich die Zuschauer Werbespots sogar freiwillig an, z.B. in Sendungen wie »Die witzigsten Werbespots der Welt«. Aber: sind lustige Werbespots eigentlich überhaupt erfolgreicher als »normale« Werbung?

Das Marktforschungsunternehmen ACE Metrix verneint das in seiner neusten Studie »Is funny enough?«. Für mehr als 6500 Werbespots hat es verglichen, wie stark die »Witzigkeit« einer Werbung mit anderen Faktoren korreliert.

Die Zuschauer waren im Durchschnitt bei lustigen Werbespots aufmerksamer und konnten sich auch besser daran erinnern. Allerdings: der Informationsgehalt lustiger Werbespots war häufig dünn. Gleiches galt (wahrscheinlich als Folge daraus) auch für die Überzeugungskraft und das ausgelöste Kaufverlangen.

Michael Curran, der Autor der Studie, fasst das Ergebnis treffend zusammend:

Messages must be built of substance and should use humor as a supplement — not a replacement — to create the most effective ads.

und weiter:

Funny ads drive other great advertising attributes such as attention and likeability. However, low information and relevance on many funny ads results in creating lower desire for the advertised products than non-funny ads.

Das gilt natürlich auch für Ihre Präsentationen. Der Gag zum Einstieg mag zwar kurzfristig die Aufmerksamkeit Ihres Publikums erhöhen. Wenn er allerdings keinen Bezug zum Thema hat, nützt Ihnen das normalerweise gar nichts und ist schlimmstenfalls sogar schädlich.

Link zur Studie (leider ohne Direktlink und nur mit Registrierung)

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PowerPoint-Humor

„PowerPoint slides are like children: No matter how ugly they are, you’ll think they’re beautiful if they’re yours.“

Manchmal hilft einfach nur noch Humor. Das denke ich mir auch bei manchen Präsentationen. Denn was auf den Projektoren dieser Welt auch heute noch manchmal geboten wird, das ist schon schwer verdaulich. Nach vielen Mails auf den Indiana-Jones-Artikel der letzten Woche, habe ich auch noch einmal in meinen Archiven gekramt und einige Perlen der PowerPoint-Satire ausgegraben.

Diese Beispiele wären sicher nicht so lustig, wenn sie nicht – trotz ihres teilweise hohen Alters – so wahr wären.

Eine ganze Nation bewegen

Irgendwann reichte es Peter Norvig, heute Chef-Wissenschaftler bei Google. Nach einer ermüdenden PowerPoint-Präsentation zuviel, beschloss er etwas dagegen zu tun. Noch am selben Abend stellte er eine PowerPoint-Version von Lincolns berühmter Gettysburg-Rede online. Man glaubt es kaum, aber noch heute, 11 Jahre nach Veröffentlichung, trifft sie voll ins Schwarze.

Norvigs Gettysburg-BearbeitungNorvigs Gettysburg-Bearbeitung (2)

Dilbert

Natürlich leidet auch Dilbert in seiner bürokratisierten Unternehmenswelt unter PowerPoint. Beim PowerPointNinja findet man eine große Auswahl (ziemlich treffender) Dilbert-Comics zum Thema PowerPoint:

Dilbert: Was there any content?

Hähnchen-Wissenschaft

Einen Vortrag über Hänchen habe ich zwar noch nicht auf einer wissenschaftlichen Konferenz gesehen, aber irgendwie kommt mir das sehr vertraut vor (übrigens: hier gibt’s die Folien zum Download):

Ein Abschied in PowerPoint

Bissiger geht es kaum. Die amerikanische Satirezeitschrift The Onion erlaubte sich 2005 diese makabre Satire auf typische Unternehmenspräsentationen: Ein Abschiedsbrief in PowerPoint, sorgfältig im Corporate-Design mit Bullet-Points, die die wichtigsten Aussagen auf den Punkt bringen und Cliparts zur Veranschaulichung der Kernbotschaften (wer fühlt sich da nicht an Indy erinnert?). Hier zwei Beispiele:

The Onion AbschiedsbriefsatireThe Onion Abschiedsbriefsatire

Der Klassiker: Don McMillan

Wahrscheinlich haben die meisten schon einmal Don McMillans wundervolle PowerPoint-Parodie gesehen. Trotzdem immer wieder sehenswert – und immer noch wahr:

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Indiana PowerPoint

Dies ist ein Ausschnitt aus einem Indiana-Jones-Film:

Szene aus einem Indiana-Jones-Film

Der Archäologe muss in seinen Filmen allerlei actionreiche Abenteuer überwinden, um die bösen Mächte daran zu hindern, mithilfe mystischer archäologischer Funde die Weltherrschaft an sich zu reißen. Action und Spannung ist dabei meist von der ersten bis zur letzten Minute garantiert.

Wie sähe wohl ein Indiana-Jones-Film als PowerPoint-Präsentation aus?

Na klar: Erst einmal Firmen-Logo, Autor und Datum auf die Folien schreiben, damit das auch niemand während des Vortrags vergisst:

Indiana-Jones-Szene mit Statuszeile

Natürlich muss die Folie an das Corporate-Design angepasst werden. Schließlich hat es viel Geld gekostet und die zahlreichen Deko-Elemente sorgen für hohen Wiedererkennungswert, damit der Vortrag auch in Erinnerung bleibt.

Indiana-Jones-Szene mit Corporate Design

Damit die Kernpunkte der Szene sich beim Publikum einprägen, müssen sie auf der Folie stehen. Selbstverständlich werden die wichtigsten Schlagworte hervorgehoben, damit das Publikum diese auch auf Anhieb erkennt. So wird alles viel verständlicher, die Folie kann unverändert als Handout verwendet werden und man vergisst beim Vortrag nichts Wichtiges:

Indiana-Jones-Szene mit viel Text

Ach ja, besser noch die Fotos durch Cliparts ersetzen, damit’s ein bisschen lustiger aussieht:

Indiana-Jones-Szene mit Cliparts

Und Sie sagen mir jetzt nicht, dass der Vortrag so langweilig hätte sein müssen. Und doch ist es leider immer noch die Regel: Viel zu viel Text, unkonkret, keine klare Aussage, und Spannung? Fehlanzeige! Am Thema liegt’s hier sicher nicht.

Denken Sie daran, wenn Sie sich das nächste Mal verteidigen, Ihr Thema sei nun mal nicht spannend.

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Gitte Härter: Gut gelacht ist halb gewonnen

gitte_haerter

Wer sich selbst Schreibnudel nennt, kann wohl kaum bierernst sein. Und tatsächlich wäre das wohl eine echte Beleidigung für Gitte Härter. Die Buchautorin hat nicht zuletzt wegen ihrer lockeren Art so viele Fans.

Seit vielen Jahren schreibt, spricht und coacht sie über die Themen Selbständigkeit, Persönlichkeit und Karriere, z.B. in ihren beiden letzten Büchern Nerv nicht! und Mit Persönlichkeit punkten – zeigen Sie Profil.

Und weil sie das stets auf so charmante Art mit einem Augenzwinkern tut, habe ich sie gebeten, uns einen Blick in ihre Trickkiste zu gewähren. Herausgekommen ist ein Erfahrungsbericht aus ihren Vorträgen, der prallvoll gefüllt ist mit praktischen Ratschlägen für unterhaltsame Vorträge.
Gut gelacht ist halb gewonnen Die meisten Menschen sind locker drauf und lachen gerne. Bis sie einen Vortrag halten sollen. Dann treten sie – meist schon in der Vorbereitung, spätestens auf dem Weg zur „Bühne“ – durch einen unsichtbaren Korrektheitsvorhang.

Das Publikum findet sich in seinem schlimmsten Alptraum wieder, denn jetzt sitzt es einem Perfektionszombie gegenüber. Und wir alle wissen, was Zombies ausmacht: Sie sind leblos. Und sie fressen Gehirne.

Wenn Sie schon einmal längere Zombie-Vorträge über sich ergehen lassen mussten, wissen Sie, wie es sich anfühlt, wenn das Hirn von Langeweile zerfressen wird.

Vielleicht haben Sie auch schon selbst den einen oder anderen Vortrag dieser Art gehalten. Das kommt vor! Immerhin möchten Sie Ihr Bestes geben und überall liest man, dass Vorträge rhetorisch oh so perfekt sein sollten.

Alles Quatsch! Seien Sie nicht perfekt, seien Sie erfrischend!

„Aber kratzt das nicht an meiner Kompetenz?“
Nö. Ganz im Gegenteil!

Waren Sie schonmal auf einem Konzert, bei dem die Musiker so richtig Spielfreude hatten? Das ist ein Unterschied zwischen Tag und Nacht, ob jemand ein gutes Konzert spielt oder richtig Spaß hat.

Genau darum geht es auch bei Vorträgen: Haben Sie Spaß daran, über Ihr Thema zu sprechen. Haben Sie Spaß daran, mit Ihrem Publikum zu interagieren. Und lassen Sie vor allen Dingen Ihre Zuhörer kräftig lachen. So wird Ihr Vortrag ein schönes Erlebnis, das sich in den Köpfen verhakt, Ihre Zuhörer bekommen einen richtig guten Zugang zu Ihrem Thema und Sie werden sehen: auch Nervosität ist durch das gute Band zum Publikum wie weggeblasen.

7 Tipps für einen humorvollen und lebendigen Vortrag

Hau wech, den Beamer.
Durchgehender Einsatz von Technik schneidet Sie von Ihrem Publikum ab: Das Zuhören fällt schwer, weil man gleichzeitig ständig irgendwas entziffern soll. Und zuschauen geht schon gleich gar nicht, weil alles abgedunkelt wird und man an die Wand starrt, statt auf Sie. Setzen Sie Technik nur punktuell ein, und auch das nur, wenn es unbedingt nötig ist. Positiver Nebeneffekt: Sie machen sich unabhängig von möglichen Technikpannen und können so auch viel relaxter in einen Vortrag gehen.

Schau mir in die Augen, Kleines!
Vergessen Sie Tipps wie „über die Köpfe der Leute hinwegsehen“: Sehen Sie Ihrem Publikum in die Augen – und halten Sie Blickkontakt. Sprechen Sie mit der Gruppe wie mit EINEM GEGENÜBER ist. Es ist nicht Alle-gegen-einen, Sie sitzen nicht auf einem Präsentierteller, sondern Sie führen ein Gespräch … auch wenn Sie 500 Leuten gegenüberstehen. Das klingt vielleicht noch etwas abstrakt für Sie, aber ich versichere Ihnen, dass diese Vorstellung enorm hilft.

Improvisieren Sie!
Vielleicht ist das jetzt eine gute Nachricht für viele von Ihnen: Meine ersten Vorträge waren nicht besonders gut, weil ich übervorbereitet war. Ich dachte, man müsse alles genau vorbereiten. Ich dachte, man müsse alles auf nummerierte Moderationskarten schreiben. Ich dachte, man müsse perfekte Überleitungen machen. Aber weil ich selbst ein Improvisierer und kein Einstudierer bin, ging alle diese Vorbereitung bei mir nach hinten los. Wenn Sie also auch jemand sind, der spontan ist und sich durch all diese Vorbereitungen eher gefangen und verunsichert fühlt, dann lassen Sie es bleiben! Gehen Sie mit einigen Stichwörtern in den Vortrag und machen Sie Ihr Ding.

Wenn Sie sich wohl damit fühlen, alles gut strukturiert und geplant vorzubereiten, ist das ebenfalls wunderbar, aber lassen Sie auch dann bitte Raum für’s Improvisieren. Vorträge, die total durchgeplant sind, wo jeder Effekt und jede Pause geplant ist und solche, die schon mehrmals gehalten wurden, wirken oft sehr starr oder abgestanden.

Gehen Sie auf Tuchfühlung.
… und zwar in jeder Hinsicht: Gehen Sie nah an die Leute ran, verschanzen Sie sich bloß nicht hinter Rednerpulten oder dicken Schreibtischen, sondern räumen Sie jede Barriere weg. Verschaffen Sie sich Bewegungsspielraum. Müssen Sie mit Mikrofon sprechen, dann bitten Sie um ein Headset oder ein tragbares Mikro. Ein festes Mikro verkrampft und langweilt schnell … erst recht, wenn das Publikum mehrere Vorträge über sich ergehen lassen muss.

Reden Sie nicht an Ihr Publikum hin, sondern sprechen Sie mit ihm … und zwar im Plauderton. Ihrer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt:

Fragen Sie per Handzeichen ab: „Wie viele von Ihnen …?“, „Jetzt aber mal ehrlich: Wer hat schonmal …?“ oder Sie machen vorher ein Statement, erzählen eine Anekdote und lassen sich daraufhin praktisch durch Handzeichen bestätigen, was Sie eben gesagt haben. Das gibt nicht nur immer lustige Unruhe unter den Leuten, besonders wenn Sie es mit einem Späßchen verknüpfen, sondern Sie lassen Ihr Publikum mitmachen anstatt nur passiv konsumieren.

Bitten Sie um einen Freiwilligen: Das muss gar nicht mal etwas sein, bei dem der Freiwillige etwas tun oder gar auf die Bühne muss, sondern es sollte einfach jemand sein, der Ihnen behiflich ist, indem er beispielsweise ein kurzes Gespräch simuliert. Ich hatte mal einen Vortrag, bei dem es unter anderem darum ging, dass denn meisten Leuten Small Talk so schwer fällt. Daraufhin habe ich gefragt: „Wer von Ihnen macht mal eben etwas Small Talk mit mir? Ist gar nicht schlimm! Sie brauchen auch nicht groß denken, nur spontan auf das reagieren, was ich sage.“ – Freiwillige finden sich übrigens leichter, wenn Sie von vornherein sagen, worum es geht und nichts machen, das die Leute auf den Prüfstein stellt. Wichtigste Regel: Führen Sie nie-nie-nie einen Zuhörer vor. Da hört der Spaß gleich auf! Denn Späße auf Kosten anderer nimmt Ihr gesamtes Publikum zu Recht sofort übel.

Picken Sie einen Einzelnen raus für eine „einseitige Show-Einlage“: Fragen Sie erst gar nicht, sondern bestimmen Sie Leute als „Statisten“, die gar nichts tun müssen. Ich picke mir in Vorträge immer irgendwelche Leute aus der ersten Reihe raus, gehe ein paar Schritte auf sie zu und sage: „Der Herr Meier zum Beispiel … (der Person zugewandt:) … Sie sind jetzt mal mein Herr Meier (anlächel) … also der Herr Meier …“ – und dann konstruiere ich mein Beispiel um den Herrn Meier herum.

Sie können dann auch noch eine „Frau Huber“ dazu nehmen und wenn Sie es geschickt machen, später im Vortrag die beiden Beispiele auch noch verknüpfen. „Wenn der Herr Meier also mit Frau Huber in einem Büro arbeiten würde, na dann gute Nacht!“

Ihr Publikum wird es lieben, wenn Sie im Lauf des Vortrags auf solche Beispiele zurückkommen. Denn Sie haben einen gemeinsamen Insiderscherz.

Wenn es zu Ihnen und zum Thema passt, können Sie es auch noch weitertreiben. In manchen Vorträgen sage ich schonmal: „Angenommen, ich und … (wie ist Ihr Vorname?) … ah: Ralf … also angenommen Ralf (anlächel) und ich sind verheiratet … und jetzt lässt der Rahalf plötzlich überall seine Socken liegen! (empört schau … an Ralf gewandt:) So hab ich mir die Ehe nicht vorgestellt! … (zum Publikum gewandt) … also in diesem Fall … [und dann überleiten zum eigentlichen Punkt].“

Wichtig ist, dass solche Beispiele immer sinnvoll zu Ihrem Thema passen und nicht nur Show sind.

Erzählen Sie (echte) Anekdoten.
„Letzte Woche zum Beispiel stehe ich in der Schlange bei der Post …“, „Sie werden es mir nicht glauben, aber auf der Fahrt hierher …“ – zu fast jedem Thema gibt es Anekdoten: Wirkliche Geschichten aus dem Leben, die Ihnen selbst oder einem Freund passiert sind.

Jedes Publikum hört gerne solche echten Geschichten. Vergessen Sie abgenudelte Standardbeispiele und bringen Sie vor allen Dingen niemals irgendwelche Fakes à la „Susi Schlau geht einkaufen und …“.

Vor allen Dingen ist Ihr Publikum begeistert, wenn Sie davon erzählen, dass Sie sich selbst ungeschickt angestellt haben: etwas verpatzt, aus der Fassung geraten, aus Sturheit wider besseren Wissens etwas durchgesetzt, obwohl Sie es schon hatten kommen sehen? Raus mit solchen Anekdoten! Das macht Sie als Mensch greifbar und als Fachmann noch viel sympathischer. Das führt uns schon zum nächsten wichtigen Punkt:

Seien Sie selbstironisch.
Selbstironie kommt immer gut an. Menschen, die über sich lachen können, sind äußerst souverän. Vor allen Dingen aber haben Sie hier die gesamte Klaviatur des Humors zur Verfügung: denn Sie selbst sind die Zielscheibe!

Sie können also ehrliche Anekdoten erzählen, über sich selbst die Augen rollen … und Sie können vor allen Dingen während des Vortrags zeigen, wie cool Sie mit Hängern, Versprechern oder Fehlern umgehen.

Lachen Sie mit Ihrem Publikum gemeinsam über sich. Sie bringen damit nebenbei eine der wichtigsten Botschaften rüber: Die Dinge locker sehen können. Mit Missgeschicken gelassen umzugehen.

Entertainen Sie!
Keine Sorge: Sie brauchen kein Stand-up-Comedian werden! Aber: Achten Sie trotzdem mal drauf, wie gute Standup-Komiker sich verhalten: Da wird mal eine Augenbraue schiefgestellt, das Gesicht verzogen, mit Gesten gearbeitet – und immer wieder werden dabei Pausen gemacht.

Ihr Vortrag gewinnt, wenn Sie – natürlich so, dass es zu Ihnen passt – gut dosiert solche Akzente setzen.

Ich bin beispielsweise eher ein Zappelphilipp, raufe mir schonmal die Haare, falle auf die Knie, schüttle einem Zuhörer die Hand oder haue mir auf die Stirn. Je nachdem wie groß Ihr Publikum ist beziehungsweise wie weit weg Ihre Zuschauer sitzen, müssen Sie – wie im Theater – solche körpersprachlichen Gesten dann auch größer und etwas übertriebener machen als normal. Darum ist es wichtig, das wohldosiert zu tun. Sie wollen entertainen und kein Kasperl sein. Wobei ein kompetenter Kasperl auch nichts Schlechtes ist. 😉 

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Dr. Michael Gerharz

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