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Sagt der Präsentations-Experte zu seinen Jüngern

Sagt der Präsentations-Experte zu seinen Jüngern: „Sagt ihnen, was ihr ihnen sagen werdet; dann sagt es ihnen; und danach sagt ihnen, was ihr ihnen gesagt habt.“

Und die Jünger tun, wie ihnen geheißen: „Ich möchte meinen Vortrag beginnen mit der Gliederung blah, blah, blah … Auf dieser Folie sehen Sie blah, blah, blah … Auf der nächsten Folie kommen wir zu blah, blah, blah … Lassen Sie mich zusammenfassen blah, blah, blah …

Und das Publikum entschlummert sanft, denn die Jünger haben die Regel nicht verstanden.

Was wollt ihr ihnen sagen?

Ich bin kein Freund dieser Regel, denn auch ich finde sie missverständlich. In einer überzeugenden Präsentation geht es nicht darum, Botschaften „einzuhämmern“ durch ständiges wiederholen. Eine gute Präsentation hat eine glasklare Botschaft („was ihr ihnen sagen wollt“) und jeder Satz, jede Geste, jede Folie dient dazu, diese Botschaft zu transportieren. Wenn ich das gut mache, dann muss ich nicht alles dreimal sagen, einmal in der Gliederung, noch einmal im Hauptteil, und noch einmal in der Zusammenfassung.

Wohin geht die Reise?

Viel besser hätte mir gefallen, hätte der Experte gesagt: „Sag’ ihnen, wo die Reise hingeht; bring’ sie sicher dorthin; und dann sag’ ihnen, was sie dort tun sollen.“

Oder noch bodenständiger: Sag’ ihnen das Thema deiner Präsentation, z.B. das Problem, das du lösen möchtest. Meist wird das ein Problem sein, bei dem den Zuhörern der Schuh drückt.

Dann beantworte die wichtigen Fragen, die dein Publikum zu diesem Thema hat, z.B. mit Hilfe von lehrreichen Beispielen oder einfachen Diagrammen, am besten in einem spannenden roten Faden. Das ist der entscheidende Teil. Wenn du ihn gut machst, dann brauchst du die Einhämmer-Regel nicht.

Danach sag’ ihnen, was die Antworten als Fazit für sie bedeuten, z.B. mit einem motivierenden Schlusssatz, etwa so: „Mit diesem Verfahren verringern Sie den Produktionsausschuss um 50% bei geringeren Kosten. Sprechen Sie mich an, damit ich Ihnen zeigen kann, wie es auf Ihre Anlage passt.“

Der Unterschied zur Einhämmer-Regel ist gering – aber sie macht den Unterschied zwischen einem langweiligen und einem spannenden, einprägsamen Vortrag aus.

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