Wissenschaftler

Wenn Wissenschaftler eine Theorie bestätigen oder widerlegen wollen, versuchen sie die Aussagen der Theorie in einer möglichst kontrollierten Umgebung zu überprüfen, z.B. in einem Experiment oder in einer Simulation.

Wenn z.B. ein Informatiker überprüfen möchte, ob ein neues Verfahren zur Datenübertragung im Vergleich zu älteren Verfahren mehr oder weniger Daten pro Sekunde übertragen kann, dann wird er ein Modell der Realität erstellen, das er z.B. in einer Simulationsumgebung so genau wie möglich nachstellt. Dabei legt er z.B. fest, wie viele Computer in dem Netz existieren, wie diese untereinander verbunden sind, welcher Computer wann wie viele Daten sendet usw.

Wenn er die Simulation reproduzierbar macht, d.h. bis auf das veränderte Datenübertragungsverfahren bleiben sämtliche Parameter in allen Versuchsläufen unverändert, dann kann man Aussagen darüber treffen, ob ein Verfahren dem anderen in dieser Situation überlegen ist.

Das Ergebnis der Simulation ist umso aussagekräftiger, je näher das Modell, das der Simulation zugrunde liegt, der Realität kommt. Natürlich bildet kein Modell die Realität exakt ab. Also muss man bewerten, wie gut die Ergebnisse auf die Realität übertragbar sind.

Und das ist der Punkt, an dem die Wissenschaftler zu Menschen werden. Wo auf einmal Bauchgefühle eine Rolle spielen und – ja – Wünsche und Ziele. Denn natürlich wird die Wahl der Modelle und die Interpretation der Ergebnisse dadurch geprägt, welche Antwort der Wissenschaftler herbeisehnt*. Dann spielen eben nicht nur Fakten eine Rolle.

Wenn selbst diejenigen, deren Beruf die Objektivität ist, von solchen Überlegungen nicht frei sind, dann glauben Sie doch nicht, dass ihr Publikum rein faktengetrieben ist, oder? Natürlich sitzen auch in ihrem Publikum Menschen, die Bauchgefühle, Wünsche und Ziele haben und Fakten entsprechend dieser Gefühle interpretieren.

Berücksichtigen Sie das, wenn Sie das nächste Mal Fakten in Ihrer Präsentation präsentieren. Glauben Sie nicht an die rationalen Entscheider, die nur die reinen Fakten wissen wollen, wenn noch nicht einmal klar ist, welche Fakten die Realität exakt wiedergeben.

* Der ordentliche Wissenschaftler wird natürlich stets sorgfältig formulieren, dass die Ergebnisse lediglich im Rahmen des Versuchsszenarios gelten. Jedoch ist das spätestens dann, wenn Forschungsergebnisse in Produkte übertragen werden, also in der sog. angewandten Forschung, nicht mehr ausreichend.

Täglich Inspirationen für bessere Kommunikation

Sie erhalten jeden Werktag einen englischsprachigen Impuls per Mail. Wir nutzen Ihre Mailadresse nie für irgendetwas anderes. Bitte lesen Sie unsere Datenschutzbelehrung.

Mehr lesen

Trockene Themen

Jura z.B. sei ja ein trockenes Thema. Was soll an Gesetzen spannend sein? Alles. Denn Gesetze gibt es nur, weil es Konflikte zwischen Menschen mit

Weiterlesen »
Alltag

Der Schlüssel zur Aufmerksamkeit

Der Schlüssel zur Aufmerksamkeit ist der Alltag Ihrer Zuhörer und er wird viel zu oft übersehen. Im Alltag verbringen Ihre Zuhörer ihre Zeit. Im Alltag haben sie ihre Probleme. Und für ihren Alltag brauchen sie Lösungen. Wenn Ihre Idee genau diese Lösung für diesen Alltag ist, dann nutzen Sie das auch für Ihre Storytelling.

Weiterlesen »