The Game of Netflix

Speaking is quickly turning into the game of Netflix. It used to be that as a speaker we could rely on our audience to be sort of our prisoners. Whether it was in a meeting, at a conference or at any other occasion, once we had started talking, our audience was pretty much stuck to their chairs and we had privileged access to their attention.

That’s not the case anymore. Since speakers have become just another small screen among all the other screens we’re looking at throughout our day, we’re suddenly competing with Netflix, YouTube et al. A great show on the large streaming platform manages to grab our attention for an extended amount of time. Many speakers currently fail to do so because they still rely on telling their story just as they were used to from offline situations. Yet, on a small screen it’s much harder to hold the attention of a viewer if you fail to get to the point quickly. Or if you don’t engage with your audience. If what you say doesn’t resonate. Many viewers aren’t very patient towards bad shows. They are not going to be patient towards boring presentations.

Add to that all the distractions that come with Mail, Instagram, Google, a good book etc. and it becomes way harder for people to cut through the noise if their story doesn’t nail it.

The bars have been risen a lot to make listening to your story worthwhile. As a speaker, you need to adapt quickly to the new situation in order to get your story heard. Because if you don’t, your audience will just switch their attention to something more engaging.

(PS: If you want to level up quickly, you might want to consider a coaching).

It’s still story first!

For many of us, the new world of online communication feels like a restart. We have to get used to new technologies and accustom ourselves to speaking in front of a camera. This brings about many new challenges. Which camera is best? How do I arrange the lighting? What’s a good microphone? The list goes on. Yet: don’t fall into the trap of distracting yourself with technology!

To be sure, it’s important to look good on video. It’s even more important to have great sound. But: just as with PowerPoint and any other technological trend of the past, having a great story takes you a long way while great technology has never been a substitute for relevance and resonance of your content.

It’s still story first!

Therefore, this is what you should primarily focus on: How do I need to adapt my story so that it works on video? What’s different for my audience when viewing me on a small screen compared to interacting with me face-to-face? How can I engage them although we might be continents apart?

This has more to do with empathy and storytelling than it does with technology. By any means, use the best technology you can get. But don’t loose sight of what matters most: the connection to your audience.

Die Angst vor der Unerbittlichkeit der Linse

Wenn die Kamera läuft, beginnt für viele Menschen der Stress im Workshop. Vielleicht gehören auch Sie zu den Menschen, die sich unwohl fühlen vor der Kamera, die sich nicht gerne selbst auf Video sehen, die Angst vor der Unerbittlichkeit der Linse haben. Das ist schade. Denn die Kamera ist Ihr Freund.

Aber warum dann dieses Unbehagen?

Weil dieser Freund viele Menschen enttäuscht hat. Er ist der ewige Klugscheißer, Nörgler und Besserwisser. Der, der immer sagt: Das kannst du so nicht machen. Steck’ die Hand nicht in die Tasche, kratz’ dich nicht an der Nase, sag’ nicht »Äh«, schau das Publikum mehr an, geh’ auf das Publikum zu, lass’ diese Geste, …

Wie fühlen Sie sich denn, wenn Freunde im realen Leben so mit Ihnen reden? Wenn einer Ihnen ständig sagt, was Sie alles falsch machen? Leider ist das aber genau die Erfahrung, die viele irgendwann mit der Kamera gemacht haben. Und auch noch eine, die in der eigentlichen Vortragssituation genau das Falsche bewirkt. Denn wie soll jemand gelassen und souverän auftreten, der ständig darauf achten muss, keinen Fehler zu machen, und der gedanklich ständig bei seinen Macken ist?

Der bessere Ansatz ist, sich auf die Stärken zu konzentrieren. So wie ein guter Freund, der mich motiviert, indem er mir sagt: »Das hast du gut gemacht. Mehr davon.« Stärken zu stärken ist der eigentliche Nutzen von Videoaufzeichnungen.

Derjenige wirkt souverän, der sich wohlfühlt und an sich glaubt. Und ich fühle mich dann besonders wohl, wenn ich »ich« sein darf, wenn ich gerade nicht ständig darauf achten muss, anders zu sein.

Das bedeutet nicht, dass ich nicht an mir arbeiten soll, oder dass ich besonders authentisch bin, wenn ich den Schlafzimmerblick aufsetze. Im Gegenteil: Ich kann umso besser daran arbeiten, was zu mir passt, je selbstbewusster ich bin. Wer selbstbewusst ist, der macht einerseits vieles automatisch richtig, und der traut sich andererseits, Neues auszuprobieren.

In unseren Workshops nutzen wir Videoaufzeichnungen genau so. Und die Teilnehmer haben danach einen neuen Freund.

So wird man wissenschaftlich glaubwürdig

Ein Paradebeispiel an wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit: Dr. Nick Laslowicz vom Institute for Centrifugal Research

Wir erleben gerade so etwas wie die Blütezeit des Plagiats. Da schadet es nicht, sich an ein paar Grundlagen zu wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit zu erinnern. Sie brauchen:

  • einen weißen Forscherkittel – wirkt noch besser, wenn Sie selbst weiße Haare haben.
  • ein paar wissenschaftlich aussehende Skizzen, die zwar niemals funktionieren könnten; aber das kann ja sowieso keiner so schnell durchschauen.
  • eine Geschichte darüber, wie alles begann – vergessen Sie auf keinen Fall die Mitleid erregenden Fehlschläge.
  • ein paar Statistiken, die wahllos an den Haaren herbeigezogen sind, aber unheimlich seriös klingen.
  • ein Labor mit veraltetem Mobiliar und noch älteren technischen Geräten.
  • einen Bauhelm

Damit verkaufen Sie jede verrückte Idee, ungefähr so:

Till Nowaks Kurzfilm wurde im vergangenen Jahr zurecht vielfach ausgezeichnet. Wer mehr erfahren möchte, findet Hintergründe zu den Automaten auf der Webseite des Institute for Centrifugal Research.

Alaaf!

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Miese Schriften

Die amerikanische Comedy-Webseite Jest fragt: „Kann die falsche Schrift im Vorspann einen Film ruinieren?“ Die Antwort gibt sie mit diesem Film:

Schrift ist mehr als nur der Träger von Buchstaben. Mit der richtigen – oder falschen – Schriftart beeinflussen Sie auch die Stimmung von Texten. Selbstverständlich auch, wenn Sie auf Präsentationsfolien stehen.

Die Schriftart muss zu Ihnen und Ihrem Produkt passen. Wenn Sie es nicht tut, dann ruiniert eine miese Schriftart möglicherweise die Stimmung noch bevor Sie überhaupt einen Ton gesagt haben – ganz genau so wie die Stimmung berühmter Filme ruiniert wäre, wenn der Vorspann eine miese Schriftarten nutzen würde.

Die gute Nachricht: Miese Schriftarten erkennt man leicht, wenn man auf sein Bauchgefühl höhrt, so wie in diesen Beispielen:

Die falsche Schriftwahl kann eine Präsentation ruinieren. Fänden Sie das iPhone mit dieser Schrift immer noch hip?

Auch diesen Vortrag könnte man nur schwer ernst nehmen. Verspielte Schriften haben in seriösen Präsentationen selten etwas zu suchen.

Ein Motivationstrainer, der selber unmovitiert ist? Arial sagt vielleicht „langweilig“ oder „ich nehm’ immer den Standard“, aber nicht „motiviert“.

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Mensch ärgere dich nicht

Das Spiel heißt nicht umsonst »Mensch ärgere dich nicht«. Es ärgert mich auch heute noch, wenn meine Figur direkt vor dem Ziel rausgeworfen wird – obwohl ich natürlich sehr genau weiß, dass es ja nur ein Spiel ist, zudem eines, bei dem sehr viel von Glück abhängt.

In Strategiespielen ist das anders. Die Mitspieler haben erheblich mehr Möglichkeiten, das Spielgeschehen – und damit ihre Siegchancen – zu beeinflussen. Dementsprechend stecken sie erheblich mehr Leidenschaft in Spiele wie »Die Siedler von Catan« und Konsorten.

Normalerweise spielt man solche Spiele mit Freunden. Doch davon ist im Spiel manchmal nicht viel zu spüren. Menschen verändern sich im Spiel. Und: obwohl sie sich nicht ärgern sollen, tun sie es manchmal doch. Ganz explosiv sogar. So dolle, dass den Mitspielern der Atem stockt. Jay Cheel hat daraus einen wunderbaren Film gemacht:

Es ist eine harmlose Szene. Eigentlich »viel zu banal für eine ernsthafte Doku«, wie Cheel selber sagt. Und doch macht gerade das den Reiz aus. Der Trick: es gibt einen Helden (Gerry) und wir tauchen ein in seine »heile Welt«, das Spiel mit seinen Freunden, so wie es immer ist. Dazu gehören auch die kleineren Reibereien, die es eigentlich in jedem Spiel gibt. Doch die Wucht von Gerrys Ausfall erleben wir erst im Kontrast dazu.

Das Video ist ein wunderbares Beispiel, wie alltägliche Situationen spannend erzählt werden können, wenn der Erzähler uns nur einen Grund gibt, mitzufühlen. Zugegeben: die tolle Kameraführung und die hervorragende Musik unterstützen die Wirkung des Films, wären aber wertlos ohne die Geschichte.

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Ist mit Ihren Gefühlen alles in Ordnung?

Eine sehr clevere Werbung von IKEA aus dem Jahr 2002:

Menschen sind in der Lage, Dinge zu personalisieren. Auf diese Weise können sie sich in Dinge hineinversetzen, die man vielleicht spontan als abwegig bezeichnen würde. Oder hätten Sie gedacht, dass Sie Mitgefühl mit einer alten Lampe haben könnten?

Sie sollten sich wirklich davor hüten zu behaupten, Ihr Thema könne man nicht emotional präsentieren.

Wie wird man kreativ?

John Cleese von Monty Python erklärt, wie man kreativ wird:

Cleese ist überzeugt, dass Kreativität kein Talent sondern vor allen Dingen eine bestimmte Herangehensweise ist. Er beruft sich dabei auf Studien von Donald McKinnon:

„McKinnon showed that the most creative had simply acquired a facility for getting themselves into a particular mood, a way of operating, which allowed their natural creativity to function. In fact, McKinnon described this particular facility as an ability to play.“

Seien Sie offen

Cleese rät, dass Sie sie sich ganz bewusst Zeit und Raum für diese »kreative Stimmung« nehmen. Er nennt diese Stimmung den »Open mode«, in dem wir Ideen freien Lauf lassen, wie absurd sie auch sein mögen. Er ist sogar überzeugt, dass man gerade die absurden Ideen auch denken muss, will man nicht immer auf bereits betretenen Pfaden wandern:

„You’ve gotta risk saying things that are silly and illogical and wrong and the best way to get the confidence to do that is to know that while you’re being creative, nothing is wrong. There’s no such thing as a mistake. And any drivel may lead to the breakthrough.“

Haben Sie Ausdauer

Es gehört allerdings mehr dazu, als verrückte Ideen zuzulassen. Ebenso wichtig ist Ausdauer. Denn die erste Idee ist nicht immer die beste. Noch bessere Ideen kommen häufig erst dann, wenn man bewusst über einen längeren Zeitraum danach sucht:

„My solution was more creative than his simply because I was prepared to stick with the problem longer.“

Setzen Sie Ideen konsequent um

Hat man jedoch einmal eine gute Idee gefunden, dann gehört es eben auch dazu, diese Idee konsequent und zielstrebig umzusetzen. Dafür muss man den »Open mode« dann aber auch wieder verlassen, um nicht weiter »im Spieltrieb« durch immer neue Ideen abgelenkt zu werden:

„Once we’ve taken a decision we should narrow our focus while we’re implementing it.“

Entkommen Sie dem Alltag

Cleese ist jedoch überzeugt, dass die meisten Menschen gerade deswegen nicht so kreativ sind, wie sie es eigentlich sein könnten, weil sie zu lange in diesem »Ausführungsmodus«, Cleese nennt ihn den »Closed mode«, verharren.

„We too often get stuck in the closed mode.“

Denn:

„It is easier to do trivial things that are urgent than to do important things that are not urgent (like thinking).“

Warum ist das schlecht? Cleese bringt es auf den Punkt:

„Creativity is not possible in the closed mode.“

Cleese ist – als Humorist natürlich – davon überzeugt, dass Humor der einfachste Ausweg ist:

„Humor gets us from the closed mode to the open mode quicker than anything else.“

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Das Bauprinzip erfolgreicher Stories

Der amerikanische Autor Kurt Vonnegut erklärt in diesem kurzen Video das Bauprinzip erfolgreicher Stories mit einem kräftigen Augenzwinkern:

Das Video lohnt nicht nur inhaltlich, sondern zeigt auch, wie man selbst trockene Themen humorvoll ironisch vortragen kann. Ironie entsteht durch überspitzte Pointierung. Wichtigste Voraussetzung für erfolgreiche ironische Pointen ist demnach, dass man weiß, wovon man spricht. Denn nur dann kann man die Pointen auf den Punkt bringen, ganz so wie es Vonnegut mit seinem Koordinatensystem für Spannungsbögen tut.

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Wie erschafft man eine Unternehmensidentität?

1969 wurde Saul Bass, Schöpfer zahlreicher stilprägender Logos und Filmvorspänne, von AT&T beauftragt, eine neue visuelle Identität für den amerikanischen Telefon-Monopolisten zu entwerfen. Das damals radikale Ergebnis erläuterte Bass den AT&T-Managern in diesem faszinierenden Video (27 Minuten):

In einer Zeit, in der Videos nicht auf YouTube-konforme 5 Minuten beschränkt waren, nimmt sich Bass die Zeit:

  1. ausführlich zu erklären, was eigentlich eine visuelle Identität leisten soll.
  2. dass die damalige Identität von AT&T nicht mehr zeitgemäß war.
  3. wie eigentlich ein Logo funktioniert.
  4. ausführlich seine Lösung für AT&T zu erläutern.

Besonders achten sollten Sie darauf, wie Bass nie irgendetwas einfach nur behauptet. Immer lässt er seine Zuschauer regelrecht spüren, was er meint.

Er nimmt sein Publikum emotional mit in die Zeit der Rezession, in die Zeit des Aufbruchs und in die moderne Zeit.

Saul Bass zeigt Bilder aus der amerikanischen Rezession.

Saul Bass zeigt die „modernen Zeiten“.

Er zeigt, was es beudetet, in einer Welt der visuellen Überflutung hervorzustechen.

Saul Bass zeigt die visuelle Reizüberflutung des Alltags.

Er zeigt, wie viele Varianten er durchdacht hat, bevor er zu seinem Ergebnis gekommen ist.

Saul Bass demonstriert den Aufwand, den sein Studio für die Entwicklung betrieben hat.

All’ das ist „Show, don’t tell“. Alles, was das Publikum selbst erkennen kann, muss man ihm nicht erklären. Denn, was es selbst erkennt, dazu bekommt es einen emotionaleren Bezug. Und Emotionen sind die Basis, auf der Argumente erst wirken.

Kleine Randnotiz: In diesem kurzen Video erläutert Saul Bass sein Verständnis des Designberufs.

I want everything I do to be beautiful. I don’t give a damn whether the client understands that that’s worth anything or whether the client thinks it’s worth anything or whether it is worth anything. It’s worth it to me. It’s the way I wanna live my life. I want to make beautiful things even if nobody cares.

(via Brand New)

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Dr. Michael Gerharz

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