The effort required for a TED talk

So you want to give a TED caliber presentation. Are you willing to put in the effort?

Here’s how TED Curator Chris Anderson describes what it takes to be prepared to go onto the TED stage:

We start helping speakers prepare their talks six months (or more) in advance so that they’ll have plenty of time to practice. We want people’s talks to be in final form at least a month before the event. The more practice they can do in the final weeks, the better off they’ll be. Ideally, they’ll practice the talk on their own and in front of an audience.

Let’s summarize that. TED speakers:

  • begin to prepare 6 months in advance,
  • have the talk final one month in advance,
  • practice a lot in the remaining weeks.

When do you begin to prepare? How often do you practice the talk in its final version?

Really, what looks effortless is often the result of an enormous effort.

Open your eyes

Today’s as good as any other day to start becoming a better speaker. Here’s one step towards that:

Fire up YouTube and search for “great speech”. Choose one. It doesn’t matter which one. Any will do.

Note everything that you like about the speech. Describe why you think it works. Give the concept a name. And then think about how you could apply the same technique.

Also, note everything that you don’t like about the speech. Describe why you think it doesn’t work. Give the observation a name. And then think about what you would do differently.

Actually, that’s a method you can use every single day. When you look at or listen to a piece of communication, then occasionally look more closely than you normally do, observe what you notice, and learn from it.

The art of digging deep

TED has popularised the art of presenting big ideas. What gets easily overlooked is how another art is even more essential to a great TED talk: the art of digging deep.

This is the art of not only identifying the stones but actually picking them up and looking under. The art of scratching our heads and asking further. The art of looking for answers as opposed to stopping at the questions. So that we arrive at ideas that don’t just look big but actually are big.

For this, it’s not enough to copy the looks of a TED talk: the structure, the storytelling, the stage layout, the timing. That’s just the surface.

A big idea is not in how the idea looks.

A big idea is in what it inspires. What it changes. Such as a fundamental change of perspective.

More often than not, these ideas originate in the mud and dirt. By digging deep. And getting your fingers dirty.

People on the TED stage are standing there because they have an important story to tell. One that originates from doing the work. Sweating the details. Looking beyond the obvious. Asking the questions and looking for answers.

The problem with our world of inspirational TED-like speeches is that it’s copying the looks of a great TED speech while missing the work that precedes it. These people copy the TED part but not the digging deep part.

Yet, digging deep is the most reliable way of arriving at a big idea talk. Dig deep and do the work. And then, tell a true story about what you worked out.

This is how you light the path.

Jetzt geht’s den Werbeverweigerern an den Kragen

DU SOLLST MIR ZUHÖREN! Als ob ein Vortrag daduch spannender würde, dass man das Publikum zum Zuhören zwingt …

ProSiebenSat1 reicht’s. Sie haben genug von Werbeverweigerern, die mit Programmen à la AdBlocker Werbung auf Webseiten unterbinden. Schon bald darf man auf den Webseiten von Pro7, SAT1 und Co. Videos nicht mehr im Vollbild ansehen, wenn man einen solchen Werbeblocker einsetzt.

Warum? »Werbeverweigerung bedroht […] auf lange Sicht den Content und viele Arbeitsplätze. Das müssen wir den Nutzern bewusst machen.« sagte Thomas Port, Digitalgeschäftsführer der zuständigen Konzerntochtet Seven-One-Media letzte Woche in einem Interview mit dem Fachblatt HORIZONT. Außerdem ergäben die monatlichen Meinungsumfragen, dass die Werbung erträglich sei.

Das Problem? Für die Werbeverweigerer ist sie offenbar nicht erträglich. Da können die Umfragen noch so sehr das Gegenteil zeigen. Es zählt, was die Zuschauer tun, nicht das, was sie sagen.

Es ist das gute Recht von Seven-One-Media, die Verweigerer für ihre »Taten« zu »sanktionieren«. Erträglicher wird die Werbung aber nicht dadurch, dass man Menschen, die sie unerträglich finden, dazu zwingt, sie zu ertragen. Deshalb schützen diese Maßnahmen auf Dauer auch keine Arbeitsplätze. Und das ist gut so, denn Arbeitsplätze, die ihre Grundlage darin haben, andere Menschen zu nerven, sind nicht schützenswert.

Dass es einen anderen Weg gibt, zeigt – übrigens schon seit Jahren – die TED-Organisation. Auch TED finanziert seine Webseite durch Werbeeinnahmen. Allerdings mit einem Unterschied: Die Werbung wird nach einem Video gezeigt. Deshalb muss die Werbung so interessant sein, dass die Zuschauer sie freiwillig schauen. Sonst schalten sie ab. Wenn sie die Werbung langweilig finden, ist sie langweilig. Ende der Diskussion.

Auch Sie haben kein Mitleid verdient, wenn Ihre Präsentation langweilig ist. Niemand wird für Sie das Publikum auf die Stühle im Vortragssaal fesseln. Und auch das ist gut so. Denn es ist das gute Recht des Publikums, bei einem langweiligen Vortrag mit dem Smartphone zu surfen oder den Raum zu verlassen.

Wenn Sie möchten, dass man Ihnen zuhört, dann halten Sie einen spannenden Vortrag.

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Wenn die anderen nach Hause gehen

Nichts wie ab in den Feierabend? Vielleicht haben Sie den falschen Job.

Sebastian Vettel vor fünf Wochen im Interview:

Wenn die anderen nach Hause gehen und sich die Eier in den Pool hängen, sind wir noch da, arbeiten am Auto und versuchen, noch mehr herauszuquetschen. So etwas macht dann über das Wochenende und die Saison hinweg gesehen den Unterschied.

Gestern wurde Vettel zum vierten Mal Weltmeister. Zufall oder gar Zauberei war das offenbar nicht. Natürlich hilft es, im besten Auto zu fahren. Doch das alleine reicht nicht. Wie überall. Auch in Ihrem Job.

Klar: Wenn man gutes Werkzeug nutzt, und wenn man vor allen Dingen weiß, wie man es benutzen muss, dann kann man recht brauchbare Ergebnisse erzielen, möglicherweise mit recht überschaubarem Aufwand. Auch bei Präsentationen kommt man mit den richtigen Methoden schnell sehr weit.

Doch um zu den Besten zu gehören, reicht das noch nicht. Dafür brauchen Sie vor allem eines: Den unbedingten Willen, die bestmögliche Lösung zu finden; solange zu schrauben, bis Sie sie gefunden haben. So machen es die Besten.

Steve Jobs zum Beispiel. Mike Evangelist, einer seiner Mitarbeiter Anfang des Jahrtausends, berichtete einmal dem Guardian:

Steve starts his preparation for a keynote weeks in advance, reviewing all the products and technologies he might include.

[…]

The team and I spent hundreds of hours preparing for a segment that lasted about five minutes. Several weeks earlier Steve summoned me to demo the software, and highlight what I thought were its most interesting aspects. Of course he already knew most of this, but the process was still useful. He used the key points from these demos to mould his overall presentation and decide how much time each product would get.

Oder Chris Anderson, Organisator der TED-Konferenzen, einem beinahe unerschöpflichen Quell hervorragender Präsentationen. In einem Artikel im Harvard Business Review erklärte er, warum die TED-Vorträge so gut sind wie sie sind. Und warum es TED gelingt, diesen Standard über so viele Jahre bei so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten aufrecht zu erhalten:

We start helping speakers prepare their talks six months (or more) in advance so that they’ll have plenty of time to practice. We want people’s talks to be in final form at least a month before the event. The more practice they can do in the final weeks, the better off they’ll be. Ideally, they’ll practice the talk on their own and in front of an audience.

Sechs Monate vorher, nicht 20 Minuten. Wer einen guten Vortrag halten möchte, der schafft das vielleicht mit ein paar Faustregeln und ein bisschen Üben. Doch wer zu den besten gehören möchte, der muss deutlich mehr Aufwand investieren; der muss früher mit der Vorbereitung beginnen als andere und auch dann noch an seiner Präsentation feilen, wenn die anderen schon vor der Glotze hängen.

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Was ist Lampenfieber und was kann man dagegen tun?

Es gibt viele Tipps & Tricks gegen Lampenfieber. Manche wirken, manchmal, manche manchmal nicht und manche gar nicht. Aber die Frage ist doch: Was ist eigentlich Lampenfieber und woher kommt es? Wer das verstanden hat, der kann wirkungsvoll etwas dagegen tun. 

TED-Ed hat ein hervorragendes Video veröffentlicht, das genau diese beiden Fragen beantwortet. Was ist Lampenfieber und wie kann man sich dagegen wehren:

Ausführlichere Informationen finden Sie in dem zugehörigen Artikel „What happens to our brains when we have stage fright: The science of public speaking“.

Zwing’ mich nicht

Zwing die Leute nicht etwas zu tun, sondern gib’ Ihnen die Möglichkeit es zu tun.

Unter diesem Motto könnte man die drei TED-Talks zusammenfassen, die von der diesjährigen TED-Konferenz letzte Woche in Long Beach bereits online sind.

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Sugata Mitra, Gewinner des TED Prize 2013, spricht über seine Vision einer neuen Ausbildung, die traditionelle Schulen überflüssig machen könnte. Schulen, wie wir sie kennen, seien ein Relikt der Vergangenheit (konkret: aus der Zeit des British Empire) und würden nur auf Gleichmacherei zielen. Statt durch das etablierte Schulsystem unsere Kinder zu zuverlässigen Marionetten einer „bürokratischen Verwaltungsmaschine“ zu erziehen, sollten wir darauf vertrauen, dass Kinder faszinierende Antworten selbst entdecken (wollen), wenn wir Ihnen nur die Möglichkeit geben. Sein Wunsch: Geben Sie Ihren Kindern die Möglichkeit zu freiem, selbst-organisierten Lernen. (Link zum Video)

Zahlen Menschen freiwillig für gute Musik?

Die Musikerin Amanada Palmer, die Ihre Karriere als Straßenkünstlerin begann, weiß heute: Fans zahlen gerne – aus freien Stücken – für ihre Musik, wenn sie die Möglichkeit dazu haben. Mittlerweile stellt sie den größten Teil ihrer Musik unter einer Creative-Commons-Lizenz zum freien Download zur Verfügung. Sie ist überzeugt, dass man Menschen nicht dazu zwingen muss, für Kunst zu bezahlen. Die Voraussetzung dafür: ein direkter und enger Draht zu den Fans. Das jedoch ist mit den neuen Medien so einfach wie nie. Außerdem brauche man den Mut, um die Spende zu bitten, z.B. mit einem Kickstarter-Projekt oder Autogramm-Stunden nach dem Konzert. Mit anderen Worten: Wer fragt, dem wird geholfen. (Link zum Video)

Wie schafft man neue Jobs?

Die ehemalige Gouverneurin von Michigan, Jennifer Granholm, ist überzeugt, dass das gleiche Prinzip auch hilft, um in den USA neue Jobs zu schaffen. In ihrem leidenschaftlichen Appell an die TED-Besucher argumentiert sie, wie ein privater Fonds für „grüne Energie“ den Wettbewerb unter den Staaten um die besten Konzepte fördert. Sie glaubt daran, dass wenn jeder seine individuellen Möglichkeiten nutzt – Kalifornien beispielsweise die Sonnenenergie, Iowa die Windenergie – könne ein Sog entstehen, der nicht nur den Energiesektor, sondern den Job-Markt als Ganzes beflügelt. (Link zum Video)

Wenn Sie ein paar Minuten Zeit übrig haben, schauen Sie sich die Vorträge an; nicht nur wegen der ungewöhnlichen Ideen, sondern auch um zu beobachten, wie die drei Ihre Ideen präsentieren. Alle drei sind – auf ihre je eigene Weise – leidenschaftliche Verfechter ihrer Ideen, der eine besonnen, die andere euphorisch. Allen gemein ist das Geschichten erzählen. Mit Geschichten fesseln sie die Aufmerksamkeit ihres Publikums.

Geben Sie Ihrem Publikum die Möglichkeit, Ihnen zuzuhören

Übrigens gilt natürlich auch für Ihre Präsentationen: Sie können Ihr Publikum nicht dazu zwingen, Ihnen zuzuhören. Aber wenn Sie ihm die Möglichkeit dazu geben, indem Sie Ihre Ideen spannend und faszinierend präsentieren, hört man Ihnen nicht nur zu. Sie können dann in den Köpfen der Zuhörer etwas bewegen.

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Der Tanz der Erkenntnis

John Bohannon, Gründer des Dance-your-Ph.D.-Wettbewers, erklärte auf der TEDx in Brüssel, wie man komplexe Probleme durch Tanz – ja, richtig gelesen: Tanz – erklärt. Das ist ganz nebenbei einer der besten Vorträge, die ich in letzter Zeit gesehen habe:

Bohannon rief vor 4 Jahren den Dance-your-Ph.D.-Wettbewerb in’s Leben. Seitdem gibt es hunderte Wissenschaftler, die seinem Aufruf gefolgt sind:

I started a contest 4 years ago called „Dance your Ph.D“. Instead of explaining their research with words scientists have to explain it with dance.

Now, surprisingly it seems to work. Dance really can make science easier to understand.

Die Idee zu dem Wettbewerb kam Bohannon, als er feststellte, dass er zwar selbst ein promovierter Wissenschaftler ist, aber dennoch kaum ein Wort versteht, wenn andere Wissenschaftler erklären, was sie tun:

The experiment is not the end of the story, because you still have to transmit that knowledge to other people. I have a Ph.D in molecular biology. I still barely understand what most scientists are talking about. So, as my friend was trying to explain that experiment it seemed like the more he said the less I understood.

Dabei sprach er über einen Freund, der ihm über ein faszinierendes Laser-Experiment berichtete. Und Bohannon fragte sich, ob nicht das Gegenteil richtig sein müsste, also möglichst wenig Worte zu benutzen. Unmittelbar formte sich in Bohannons Kopf die Idee, Atome und Protonen als tanzende Menschen zu visualisieren.

If you’re trying to give someone the big picture of a complex idea, to really capture its essence, the fewer words you use the better.

In fact, the ideal may be to use no words at all. I remember thinking my friend could have explained that entire experiment with a dance.

Ausgehend von dieser These legt Bohannon seine Vision dar: Wir sollten nicht nur Doktorarbeiten, sondern alle komplexen Probleme dieser Welt durch Tanz erklären.

Imagine our politicians using dance to explain why we must invade a foreign country or bail out an investment bank. It’s sure to help.

PowerPoint sei eine ernstzunehmende Bedrohung für unsere Wirtschaft, weil es Unsummen in Form von Produktivität verschlingt und gar „boshaft“ eingesetzt werden kann:

PowerPoint is a tool. And like any tool it can and will be abused. To borrow a concept from my countrie’s CIA. It helps you to soften up your audience. It distracts them with pretty pictures, irrelevant data. It allows you to create the illusion of competence, the illusion of simplicity. And most destructively: the illusion of understanding.

Mit seiner Analyse hat Bohannon völlig recht, mit seiner Schlussfolgerung eher nicht. Der Gralsbringer ist sicher nicht, dass wir demnächst alle auf der Bühne tanzen. Recht hat er aus drei anderen Gründen:

  1. Wer einen Tanz choreogrpahiert, muss sich intensiv Gedanken darüber machen, was er eigentlich sagen möchte. Er muss seine Kernaussage kennen.
  2. Durch die Vorbereitung des Tanzes zwingt Bohannon sich, auf sein Thema aus einer völlig anderen Perspektive zu blicken. Genau das ist übrigens der Grund, warum ich in meinen Workshops regelmäßig spielerische Elemente einbaue.
  3. Bohannon nimmt sich unglaublich viel Zeit für die Vorbereitung. Natürlich schüttelt man ebensowenig einen guten Tanz aus dem Ärmel, wie man eine tolle PowerPoint aus dem Ärmel schüttelt.

Fazit: John Bohannon zeigt auf bezaubernde Weise, wie man mit ganz ungewöhnlichen Mitteln und ohne viele Worte selbst komplexe Probleme anschaulich und einprägsam vermitteln kann. Dazu gehört, dass Sie Ihre Kernaussage kennen und Ihren Vortrag sorgfältig vorbereiten. Dann klappt’s auch mit dem Verständnis – egal ob Sie tanzen, singen, Pantomime machen, ein Lego-Modell bauen, PowerPoints verwenden oder eine beliebige andere kreative Methode verwenden.

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Wie wir Farben wahrnehmen

Color is about a lot more than just opening your eyes.

Diese BBC-Dokumentation zeigt, wie Menschen Farben unterschiedlich wahrnehmen; sogar dieselben Menschen zu verschiedenen Zeitpunkten, abhängig davon, wie sie über Farben sprechen, wie sie sich fühlen, ja sogar abhängig von ihrem Alter und ihrem Geschlecht.

1. Pink ist nicht gleich rosa – und grün ist nicht gleich grün

Ob zwei Farben ähnlich auf uns wirken oder nicht, hängt anscheinend nicht nur von deren Wellenlängen ab, sondern auch von unserem Sprachgebrauch. „Das ist nicht rosa, das ist pink“, belehrt mich meine Tochter desöfteren. Insbesondere seit sie in den Kindergarten geht unterscheidet sie mühelos etliche Rosa-Töne. Und das liegt möglicherweise daran, dass sie im Spiel mit ihren Freundinnen verschiedene Namen für diese Farbtöne selbstverständlich verwendet.

Tests mit dem Himba-Stamm aus Namibia weisen auf diese Interpration hin (Video). Die Himba sind mühelos in der Lage, Grün-Töne zu unterscheiden, die für uns kaum unterscheidbar sind. Sie haben unterschiedliche Namen für diese Grün-Töne und finden daher in dem Beispiel unten links auf Anhieb dasjenige Quadrat, das sich von den anderen unterscheidet (Auflösung am Ende des Artikels). Umgekehrt können Sie die Blau- und Grüntöne in dem Beispiel rechts nur schwer unterscheiden. Vermutlich weil die beiden Farbtöne in ihrer Sprache denselben Namen haben.

links: die Himba erkennen das minimal hellere Quadrat auf Anhieb, haben aber Schwierigkeiten das blaue von den übrigen Quadraten zu unterscheiden

2. Die Farbe ist mit den Mächtigen

Farbwahrnehmung hängt offenbar auch von unserem Gemütszustand ab. Der Wissenschaftler Beau Lotto konnte nachweisen, dass Menschen, die sich mächtig fühlen, sensibler auf Farbänderungen reagieren als andere Menschen. Neben der Gemütslage beeinflussen auch Geschlecht und Alter unsere Farbwahrnehmung. So kann ein und dieselbe Szene auf uns an unterschiedlichen Tagen unterschiedlich wirken. Und noch mehr: nur durch unsere Erfahrung erhalten die Farbinformationen, die auf unsere Augen treffen, ihre Bedeutung. Beau Lotto, Leiter des Londoner Lottolab zur Wahrnehmungsforschung, fasst das so zusammen:

Das Licht, das auf unsere Augen fällt – die sensorische Information – ist bedeutungslos, weil sie buchstäblich alles bedeuten kann. Und daher gilt für sensorische Informationen dasselbe wie für Informationen im Allgemeinen. Sie haben keine inhärente Bedeutung. Was wir mit den Informationen tun, das ist wichtig.

In diesem TED-Vortrag demonstriert Lotto, wie die Farbwahrnehmung durch äußere und innnere Faktoren beeinflusst wird.

3. Wenn rot gleich grün ist

Neben diesen soziolgischen Einflüssen gibt es aber auch handfeste genetische Ursachen für unterschiedliche Farbwahrnehmung. Nämlich das, was im Volksmund Farbenblindheit heißt, aber real eher als Rot-Grün-Schwäche auftritt. Betroffen sind zwischen 5-10% der Bevölkerung, zum überwiegenden Teil Männer. Die meisten Betroffenen haben beeinträchtigte oder nicht funktionierende Farbrezeptoren für rot oder grün. Sie können dann diese beiden Farben schwer bis gar nicht unterscheiden. Das kann dann z.B. dazu führen, dass die für die meisten von uns so vertraute rot/grün-Ampel für Betroffene ihre Bedeutung verliert:

Beispiel für die unterschiedliche Farbwahrnehmung bei Farbschwächen

Auflösung zum grün-Rätsel: das Quadrat an der gleichen Position wie das blaue im rechten Bild ist minimal heller.

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Dan Pink über Motivation

Jeder weiß: Anreize erhöhen die Leistungsbereitschaft und führen zu besseren Ergebnissen. Mitarbeiter, auf die eine Belohnung wartet, arbeiten zielstrebiger und erreichen schneller bessere Ergebnisse. Das Dumme ist nur: das gilt nur, solange die Aufgabe eine stupide Arbeit ist, die keinerlei Kreativität erfordert. Wie dieses Anreizsystem bei Aufgaben, die auch nur einen Funken Kreativität erfordert, gar nach hinten losgeht, erläuterte der amerikanische Bestellerautor Dan Pink auf diesjährigen TEDGlobal-Konferenz und skizzierte einen möglichen Ausweg aus diesem Dilemma. Ein schöner Vortrag, von dem man nicht nur zum Thema Motivation einiges lernen kann.

Dan Pink legt allergrößten Wert darauf, seine These anschaulich zu machen. Er bereitet sie sehr sorgfältig vor, indem er ausführlich das Kerzenproblem beschreibt. Dabei handelt es sich um ein altes wissenschaftliches Experiment zum Nachweis seiner These. Fast die Hälfte seiner Vortragszeit verwendet er auf diese Geschichte. Dabei achtet er sehr genau darauf, Überraschungsmomente zu setzen und mit der Erwartungshaltung des Publikums zu spielen. Überraschungen steigern die Aufmerksamkeit und erhöhen die Einprägsamkeit.

Dan Pink verwendet sehr sparsame Folien

Erst als das Publikum die These völlig verinnerlicht hat, schickt Pink weitere wissenschaftliche Studien als Nachweis hinterher und erläutert anhand dreier konkreter Beispiele, wie Autonomie und Eigenverantwortung die Leistung von Mitarbeitern deutlich erhöhen können.

Eingerahmt wird das alles von seinem Geständnis einer erfolglosen Ausbildung zum Anwalt, die Dan Pink an vielen Stellen geschickt einbringt, um mit einem Augenzwinkern seine Glaubwürdigkeit zu untermauern. Überhaupt beweist er immer wieder Sinn für Humor, was er insbesondere durch auffällige Mimik und Gestik unterstreicht.

Dan Pink hat eine sehr ausgeprägte Mimik

Buch-Cover: A Whole New Mind von Dan Pink

Wer sich eingehender für Pinks Ideen interessiert, dem empfehle ich seine Bücher. In seinem neuesten Buch Drive beschreibt er seine Thesen aus dem TED-Vortrag ausführlich und gibt weitere Lösungsideen. Den Karriereratgeber Johnny Bunko habe ich bereits hier vorgestellt. Und sein wahrscheinlich bekanntestes Werk A Whole New Mind gibt es mittleweile auch auf Deutsch: Unsere kreative Zukunft. Dieses Buch enthält nicht nur viele wertvolle Karrieretipps. Viele Erkenntnisse des Buches sind auch beim Erstellen von Präsentation hilfreich. Garr Reynolds hat sich in diesem Artikel sehr ausführlich damit auseinandergesetzt. 

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Dr. Michael Gerharz

Dr. Michael Gerharz