Strange reality

People meet, incidents occur, without anyone ever having done anything intentionally for this to happen. Reality just happens.

Still, as humans we can’t help but look for motives and reasons. When someone tells us a story, we intuitively ask: “Why did he do this?” or “What is she up to?” – even when there is no meaningful answer to that at all.

What someone tells us must make sense. Even if reality doesn’t.

The challenge with speaking is this: to make a meaningful story out of a strange reality. Speeches are about reality but they are themselves narratives. Even if the source material is strange, the presentation about it must make sense.

What’s worse: Each listener has her own idea of what makes sense and each member of your audience looks for reasons and motives that fit his or her worldview.

Therefore, as a speaker we have to tell not only a story that makes sense and is truthful but one that makes sense from our audience’s perspective.

Communicating your product means telling your story

Marketers often think about stories as a tool in their communication toolbox. You have your product. And then you start looking for a story to tell around that product.

Yet, what makes the most beloved brands so successful is that their product is the story. We buy into the story that is Coca-Cola, Airbnb, or iPhone. We buy into the story that is Seth Godin, Simon Sinek, or Tony Robbins. All of these brands are they story they tell.

And because they are, it’s so easy to tell little everyday stories about those brands. Little stories that become part of the brand story. Little stories that communicate what that brand stands for in ways that are totally authentic to the brand.

Story isn’t a sideshow to our product. When you have a cause and want to make change happen, your story is the product. And communicating your product means telling your story.

In memory of Sir Ken Robinson

It’s not the most spectacular presentation that works best but the one that resonates most.

This speech of Sir Ken Robinson not only resonated a lot with myself, but with millions of viewers around the world. It’s TED’s most viewed speech of all time. It lacks anything that would count as spectacular.

It’s pure conversation – Robinson letting us in to his mind. Inviting us to take a look from his perspective. Making us see the things he sees and feel the things he feels. Telling simple everyday stories turns his speech into a powerful message about our children’s creative potential.

It’s not fluff and decoration that makes his speech so powerful, but his thoughts that he invites us into.

On Aug, 21st Ken Robinson died of cancer. His message remains.

It’s still story first!

For many of us, the new world of online communication feels like a restart. We have to get used to new technologies and accustom ourselves to speaking in front of a camera. This brings about many new challenges. Which camera is best? How do I arrange the lighting? What’s a good microphone? The list goes on. Yet: don’t fall into the trap of distracting yourself with technology!

To be sure, it’s important to look good on video. It’s even more important to have great sound. But: just as with PowerPoint and any other technological trend of the past, having a great story takes you a long way while great technology has never been a substitute for relevance and resonance of your content.

It’s still story first!

Therefore, this is what you should primarily focus on: How do I need to adapt my story so that it works on video? What’s different for my audience when viewing me on a small screen compared to interacting with me face-to-face? How can I engage them although we might be continents apart?

This has more to do with empathy and storytelling than it does with technology. By any means, use the best technology you can get. But don’t loose sight of what matters most: the connection to your audience.

Content-Marketing zu Uromas Zeiten

Nein, Content-Marketing ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. Content-Marketing gab es schon, bevor Sie geboren wurden, z.B. bei Dr. Oetker.

Die erste Ausgabe des „Dr. Oetker Schulkochbuchs“ erschien 1911 und laut Verlagsangabe ist es mit 19 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Kochbuch der Welt. Manche Ausgaben waren so beliebt, dass es sie heute noch in unveränderten Nachdrucken gibt, z.B. die Ausgabe aus dem Jahr 1960.

Es war von Anfang an ein gutes Kochbuch, dessen Rezepte gut funktionieren und das lehrreiche Erklärungen enthält. Aber natürlich war es insbesondere Werbung:

Content-Marketing zu Uromas Zeiten

Selbst wenn nicht jeder, der ein Rezept aus dem Buch kocht, sich an die Herstellerangabe der Zutaten hält, so kommt man doch jedes einzelne Mal, wenn man das Buch in die Hand nimmt, mit der Marke Dr. Oetker in Berührung.

Wer seinen (potentiellen) Kunden einen echten Mehrwert bietet, der riskiert damit etwas – gehörigen Aufwand und eine Portion Mut. Ob, wann und wie stark die Kunden etwas zurückgeben, dafür gibt es keine Garantie.

Klar ist aber auch, insbesondere im Vergleich zu dem, was uns heute oft begegnet: Wer im Content-Marketing diese Investition in den Mehrwert nicht tätigt, wer bloß Content „raushaut“, alle Kanäle in der Dauerberieselung bespielt, Content um des Contents willen produziert, Reichweite um der Reichweite willen erzeugt, der gewinnt vielleicht Reichweite, doch ob er damit auch Vertrauen gewinnt und seine Marke stärkt, das ist eine ganz andere Frage.

Was brauchen meine Kunden? Was begehren sie? Wo liegen echte Überschneidungen zwischen dem, wofür ich stehe, was ich kann und dem, was meine Kunden brauchen oder begehren? Und wie kann ich ihnen das so präsentieren, dass sie einen echten Nutzen davon haben? Das ist Content-Marketing, das schon seit über 100 Jahren funktioniert und das langfristig Vertrauen schafft.

Ist es ein Produkt?

Oder eine Ansammlung von Features?

Ein Produkt löst ein Problem, lindert einen Schmerz oder stillt ein Bedürfnis. Es bringt mich von A nach B. Es schmeckt gut. Es ist spannend, nachhaltig oder stylish.

Gute Produkte lassen sich in einem Satz (oder wenigen) beschreiben. Das Notizbuch für Kreative. Die sparsamste Spülmaschine, die es je gab. Der Kopfhörer, mit dem du in Ruhe arbeiten kannst. Einfacher Test: Kann ein Kunde (nicht Sie) es in einem Satz in eigenen Worten beschreiben?

Großartige Produkte machen mich zu einem besseren Menschen. Einen, der bessere Fotos macht, konzentrierter arbeitet oder bessere Entscheidungen trifft. Weil die Story des Produkts genau zu meinem Leben und zu meiner Situation passt und weil das Produkt genau die Lösung für mein Problem ist.

Diese Story, die in Ihren Produkten steckt, zu finden und so zu erzählen, dass die richtigen Kunden denken: „Genau so will ich sein“, ist ein ganz wichtiger Aspekt meines Workshops „Der Aha-Effekt“.

Die große Storytelling-Keule

Der Erste erzählt den Handwerkern, was es Neues gibt.

Der Zweite sagt: „Das kann ich besser!“, und erzählt den Handwerkern, inwiefern die neuen Produkte viel besser sind als die alten. Und als die der Konkurrenz sowieso.

Der Dritte sagt: „Das kann ich besser!“, und erzählt den Handwerkern, wie Handwerker mit seinen neuen Produkten zu besseren Handwerkern werden.

Dem Vierten liegt am Herzen, dass die Handwerker tatsächlich bessere Handwerker werden.

Viel Marketing-Bullshit entsteht, weil der vierte Schritt nicht getan wird. Weil erst hinterher – wenn das Produkt schon lange fertig ist – überlegt wird, wie man es dem Kunden möglichst schmackhaft macht. Dann wird die große Storytelling-Keule geschwungen. Der Kunde soll sich identifizieren, soll zum Helden einer grandiosen Success-Story werden.

Das ist eines der großen Missverständnisse beim Storytelling.

Ja, mit Stories kann man die Zuhörer zu Helden machen. Ja, mit Stories kann man Emotionen wecken. Und ja, mit Stories kann man den Das-Kann-Ich-Auch-Effekt erzielen.

Aber solange es Ihnen im Grunde schnuppe ist, ob das auch den Tatsachen entspricht, solange Sie es nur machen, weil es gut klingt, solange ist es eben nicht mehr als Bullshit.

Es geht aber nicht um gut klingen, sondern um gut sein, denn Bullshit gefährdet auf Dauer das Vertrauen.

Umgekehrt gilt: Wer hinten anfängt, wer bei der Frage beginnt, was denn die Kunden überhaupt brauchen und womit die Kunden zum Helden ihrer tatsächlichen Story werden, der hat keine Schwierigkeiten, es seinem Publikum zu erklären. Denn der weiß schon bei der Entwicklung, in welcher Story die Kunden überhaupt mitspielen, welche Hürden sie darin überwinden müssen, was ihnen wichtig ist. Und der hat dann nicht nur ein Produkt, dass diese Bedingungen erfüllt, sondern auch eines, dass er spannend präsentieren kann, z.B. mit einer guten Story.

Der Verdammt-so-mach-ich-es-ja-auch-ich-fühl-mich-ertappt-Effekt

„Haha, ja genau. Wie bei mir neulich. Gutes Beispiel.“ Ziemlich lustiger Vortrag ist das.

Obwohl … auch ein bisschen unheimlich. Der kennt mich doch gar nicht. Und doch weiß er, wie ich ticke. Hat er mir etwa über die Schulter geschaut?

Lustig ist’s, ja, aber je länger der Vortrag dauert, desto unbequemer wird’s auch, weil ich erkenne:

„Verdammt, so mach ich es ja auch. Ich fühl mich ertappt!“

Und das ist gut so. Denn erst wenn es unbequem wird, ändern wir etwas.

Unbequem wird es aber erst, wenn ich erkenne, was das mit mir zu hat: „Der meint ja mich! Der hat echt verstanden, worauf es ankommt.“

Sie sind der Augenöffner für Ihre Zuhörer – je konkreter, je lebensnäher Ihre Beispiele, desto mehr. So konkret, dass die Zuhörer sagen: „Verdammt, so mach ich es auch. Ich fühl mich ertappt!“

Warum haben Stories in Präsentationen einen schlechten Ruf?

„Das ist ja nur Marketing.“

Wenn es um Präsentationen mit Stories und großen Bildern geht, sind immer noch viele Menschen in Unternehmen, Behörden, Forschung und Entwicklung schnell mit diesem Urteil. Zu wenig Substanz, zu viel Gelaber, komm zum Punkt.

Wie kann das sein? Steht nicht in allen Präsentationsblogs, wie wichtig Storytelling ist und wie kraftvoll emotionale Bilder sind? Haben diese Meckerer es also einfach nicht verstanden? Leben sie noch im vorigen Jahrhundert, als man noch mit verkopften Präsentationen und überladenen Folien beeindrucken konnte? Werden schon sehen, wohin sie ihr Unternehmen mit dieser Präsentationskultur manövrieren, wenn links und rechts die Wettbewerber mit plakativeren Präsentationen an ihnen vorbei ziehen und die Menschen berühren.

Oder ist es gerade umgekehrt und wir Marketingleute haben nichts verstanden? Romantisieren über Emotionen, wo Wirtschaft und Wissenschaft von Zahlen und Fakten getrieben sind? Ist am Ende gar das, was vielleicht für Endkunden gilt, überhaupt nicht auf Kommunikation in und zwischen Unternehmen anwendbar? Business ist Business und da regiert der Kopf.

Ich glaube nicht. Aber ich glaube auch, dass der Ruf von Stories, Bildern, Zitaten, also allem, was dazu dient, die Präsentation „emotional aufzuladen“ zurecht so schlecht ist, wie er ist. Oft ist nämlich all das bloß aufgesetzt, über den Inhalt gestülpt als Deko, um „mehr Würze“ in eine Präsentation zu bringen, die sonst nicht schmecken würde.

Schon die Formulierung „emotional aufladen“ entsteht aber aus einem Missverständnis, genauso wie „Da muss noch mehr Würze rein“ oder „Wir brauchen noch einen Wow-Effekt“. Man kann nicht Würze zu einer Präsentation geben, wenn man mit Präsentieren bloß das Servieren meint, das Auftischen, nachdem die Suppe schon gekocht ist. Das Auge isst mit, ja, aber eine fade Suppe schmeckt trotzdem fad.

Wer mit seiner Präsentation Emotionen ansprechen möchte, der muss beim Kochen ansetzen. Der muss sich fragen, worin die Würze des Themas besteht.

Emotionalität entsteht, wenn ein Zuhörer erkennt, in welcher Weise er betroffen ist und warum gerade er gemeint ist. Ist er es nicht, hilft es auch nicht, dass es eine Story war, bei der er nicht gemeint war. Wenn ich eine schicke Illustration deswegen gestalte oder eine nette Anekdote deswegen erzähle, damit’s „nicht so langweilig“ wird, ist was faul.

Die Zuhörer sind zu recht sauer, wenn sie mir ihre Zeit schenken, weil sie mir Antworten zutrauen, die sie weiter bringen, und ich sie dann mit irgendeinem nett aussehenden Bild für dumm verkaufe. Als ob die das nicht durchschauen. Wer nur hübsch anrichtet, weil sonst auffällt, dass das Essen zu fad schmeckt, der wird von intelligenten Zuhörern durchschaut und hat ihr Misstrauen verdient.

Ich fahre immer besser, wenn ich das Publikum nicht für dämlich halte. Es ist respektlos zu glauben, man bräuchte nur ein bisschen Wow, um die Zuhörer im Sack zu haben. Substanz zählt tatsächlich. Gelaber nervt tatsächlich, auch wenn es in Stories und Bilder verpackt ist. Wenn sie Substanz haben und relevant sind, dann funktionieren Stories und Bilder. Sonst nicht.

Es geht gerade nicht darum, ein langweiliges Thema „emotional aufzuladen“. Es geht darum, sich ein emotionales Thema zu erarbeiten und dann akribisch herauszuschälen, worin genau die Emotionalität des Themas für die Zuhörer besteht. Warum glaube ich, dass die Zeit meiner Zuhörer gut investiert ist, wenn sie mir zuhören? Welches Aha-Erlebnis werden sie haben?

Wenn es um das Aha statt um das Wow geht, dann geht es automatisch um Geschichten. Dann ist die Präsentation die Story und die Zuhörer sind ihre Helden. Und sie werden nicht meckern, sondern die Story mögen, weil es ihre Story ist.

Interessante Bücher, die ich in 2015 gelesen habe – III. The Story Grid

The Story Grid, What Good Editors Know

von Shawn Coyne

You must know what your reader is expecting before you can possibly satisfy her. And yes, if you are writing a Story, you must think of your audience. A Story means nothing if it is not experienced.

Shawn Coynes Beruf ist es, Bücher zu Bestsellern zu machen. In seinem großartigen Buch „The Story Grid“ verrät er, nach welchen Kriterien er dabei vorgeht, wie er ein Buch bewertet und verbessert. Sie ahnen, dass das erheblich über die Heldenreisen-Folklore hinaus geht, die inzwischen fast schon Allgemeinbildung geworden ist.

Coyne meint es ernst. Das Buch ist unterhaltsam und gespickt mit Stammtischwissen, doch am meisten werden die profitieren, die ernsthaft ihre Stories verbessern möchten. Es ist keine Strandlektüre, sondern ein Fachbuch für Menschen, die es ebenso ernst meinen mit ihren Stories und verstehen möchten, warum manche Stories ein Millionenpublikum fesseln und manche (die eigenen?) gähnend langweilig sind. Coyne scheut sich nicht, in die Tiefe zu gehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich das Buch nur für Romanautoren lohnt. Im Gegenteil. Denn Coyne hat natürlich recht, wenn er schreibt:

If you have no sense of Story when making a documentary, you are in deep trouble.

Klar ist seine Methode auf Romane und Kurzgeschichten zugeschnitten, aber sie funktioniert gleichfalls für Sachthemen, Dokumentationen oder eben Präsentationen. Auch dort weckt man die Neugier des Publikums mit einem „Inciting Incident“, einer unerwarteten Erkenntnis und führt das Publikum unerbittlich bis zum Point of no Return, dem Punkt an dem das Publikum vor der Entscheidung steht, weiter zu machen wie bisher oder den Ideen aus dem Vortrag zu folgen. Jede Story, auch Ihre Präsentation, profitiert davon, wenn sich das Publikum als Held der Story identifiziert und die inneren Konflikte und Zwiespalte nachvollziehen kann, die zu einer Entscheidung führen.

Warum dieses Prinzip funktioniert? Weil wir darauf gepolt sind, uns in andere Menschen hineinzudenken, so wie eben in die Helden guter Stories:

There is nothing more powerful in a Story than having a lead character desperately pursuing something. The reader or viewer cannot help but attach himself to that character because he has objects of desire too. If the lead character in a Story gets what he wants, our brains are wired to believe that we can too.

Story Grid ist zugleich ein sehr theoretisches wie sehr praktisches Buch. Nicht jeder wird sich durchwühlen wollen, aber wer es tut, findet darin eine praktisch sehr gut anwendbare Methode, mit der er seine Story, ob fiktional oder nicht, auf Herz und Nieren prüfen und verbessern kann.

Für mich das interessanteste Buch 2015.

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Dr. Michael Gerharz

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