The fear of finishing

It likes to dress as perfectionism and it claims that things have to get just that tiny little bit better before you finish this.

Or it dresses as politeness, telling me not to bother people right now; better to wait just a little bit longer for that perfect moment.

It blames lack of resources and explains that if only it had double the budget, it would and it could …

And it reminds me that, to be totally honest, I actually lack the expertise so I should rather attend one more seminar first.

But in the end it’s all just a clever conspiracy to prevent me from finishing and publishing my work.

It is the fear of finishing: As soon as I finish I have to show my work. And that means that I’m going to be evaluated.

What if they don’t like it?

It is this discomfort that the fear of finishing wants to protect me from at all costs. That’s why it appeals to my inner self: Why don’t you just do that one last round of improvements?

I like Steven Pressfield’s take who, in his excellent book “The War of Art”, personifies this massive inner resistance as an elemental force of the universe. This resistance has one single goal: to prevent me from finishing and publishing my work. It will not rest until I give up and it will never give in.

The first step in overcoming the fear of finishing is to become aware of it. Then you’ll see it everywhere. And you’ll find yourself giving it euphemistic names: patience, endurance, perfection, …

The thing is this: In the end only one can win: Either the resistance or me. Either I publish or I don’t. Either I make the pitch or I don’t. Either I pick up the phone or I don’t. Either I go on stage or I don’t.

So, pay it forward and fight the resistance without mercy. Because done is better than perfect. And when it’s done, the resistance has lost.

Publish your work!
(No one else is gonna do it for you. No one will ever knock on your door and say: “Do you happen to have something that you want to show me?” You have to do it yourself. By all means, make it as good as you can. Even better if you want to. But, please finish and publish it!)

Die Angst vor dem Fertigwerden

Sie tarnt sich gerne als Perfektionismus und behauptet, es müsse noch ein wenig besser werden.

Oder als Höflichkeit und redet mir ein, man dürfe die Leute jetzt nicht stören.

Sie schiebt Gründe vor wie fehlende Ressourcen und entschuldigt sich, dass wenn sie nur das doppelte Budget hätte, dann würde sie ja und dann könnte sie nämlich.

Sie erinnert mich daran, dass mir die Expertise fehle, und dass ich lieber erst nochmal ein Seminar besuchen sollte.

Aber am Ende ist alles eine raffinierte Verschwörung, die mich daran hindern will, fertig zu werden und meine Arbeit zu veröffentlichen. Es ist die Angst vor dem Fertigwerden. Sobald ich fertig bin, muss ich mein Werk zeigen. Werde bewertet. Was, wenn es ihnen nicht gefällt?

Vor diesem Unwohlsein will mich die Angst vor dem Fertigwerden unter allen Umständen beschützen. Deswegen redet sie mir ins Gewissen: Mach doch lieber noch diese eine Verbesserung …

Ich mag das Bild von Steven Pressfield, der in seinem hervorragenden Buch „The War of Art“ diese Masse an innerem Widerstand als eine Urgewalt des Universums personifiziert. Dieser Widerstand hat ein einziges Ziel: mich daran zu hindern, fertig zu werden und meine Arbeit zu veröffentlichen. Er gibt keine Ruhe, bevor ich aufgebe. Er macht keine Verluste und er gibt nie nach.

Der erste Schritt, um die Angst vor dem Fertigwerden zu besiegen, ist, sich ihrer bewusst zu werden. Dann erkennt man sie nämlich überall. Und man ertappt sich dabei, wie man ihr beschönigende Namen gibt: Geduld, Ausdauer, Perfektion, …

Am Ende kann nur einer gewinnen. Sie oder ich. Entweder ich veröffentliche oder ich tue es nicht. Entweder ich schicke den Pitch ab oder nicht. Entweder ich greife zum Hörer oder nicht. Entweder ich gehe auf die Bühne oder nicht.

Schlagen Sie der Angst vor dem Fertigwerden ein Schnippchen. Done ist better than perfect. Machen ist wie Wollen, nur krasser. Egal, wie Sie es nennen: Veröffentlichen Sie Ihre Arbeit!

Denn was in Ihnen steckt, können nur Sie rauslassen. Niemand wird es für Sie tun. Niemand wird jemals an Ihre Tür klopfen und sagen: Sie dürfen mir jetzt Ihrer Arbeit zeigen.

Sie müssen das schon selbst tun. Machen Sie Ihre Arbeit so gut, wie es irgend geht. Machen Sie sie gerne auch noch besser. Aber werden Sie fertig und veröffentlichen Sie!

Die Wahrheit über Steve Jobs’ „Reality Distortion Field“

Die Ankündigung des iPhone im Januar 2007 zählt zu den besten Produktpräsentationen überhaupt (s.u.). Was viele halb ehrfürchtig, halb ironisch als „Reality Distortion Field“ bezeichnen, und was damals so leicht schien, war in Wahrheit das Ergebnis eines unglaublich aufwändigen Prozesses.

Die New York Times hat letzte Woche, anlässlich des zweiten Todestages von Steve Jobs, eine Reportage über die faszinierende Geschichte zur Entstehung des iPhone veröffentlicht. Ein großer Teil der Story schildert die Vorbereitungen der Präsentation. Die wichtigste Lehre daraus: Eine herausragende Präsentation wie die des iPhone verlangt einen gewaltigen Kraftakt:

From Thursday through the end of the following week, Apple completely took over Moscone. Backstage, it built an eight-by-eight-foot electronics lab to house and test the iPhones. Next to that it built a greenroom with a sofa for Jobs. Then it posted more than a dozen security guards 24 hours a day in front of those rooms and at doors throughout the building.

Das ganze Personal, inklusive Steve Jobs selbst, wohnte also praktisch im Moscone-Center, wo die Veranstaltung stattfand; und zwar nicht erst einen Tag vor der Präsentation, sondern ganze 1,5 Wochen lang.

5 Tage davon stand Steve Jobs auf der Bühne, um die Präsentation zu üben. 5 Tage als Vorstandschef eines Weltkonzerns. Schätzen Sie mal, wie viele Minuten die Vorstände der deutschen Großkonzerne im Durchschnitt vor einer wichtigen Präsentation üben.

Was die Präsentation besonders heikel machte: Das iPhone war noch gar nicht fertig. Im Januar 2007 gab es immer noch lediglich ein paar Prototypen. Die Software war noch lange nicht fertig, Fehler waren zahlreich und quälten die Entwickler. Und sie erschwerten die Planung der Präsentation:

It’s hard to overstate the gamble Jobs took when he decided to unveil the iPhone back in January 2007. Not only was he introducing a new kind of phone – something Apple had never made before – he was doing so with a prototype that barely worked. … The list of things that still needed to be done was enormous. … The iPhone could play a section of a song or a video, but it couldn’t play an entire clip reliably without crashing. It worked fine if you sent an e-mail and then surfed the Web. If you did those things in reverse, however, it might not. Hours of trial and error had helped the iPhone team develop what engineers called “the golden path,” a specific set of tasks, performed in a specific way and order, that made the phone look as if it worked.

Es ist diese Akribie, dieser unbedingte Wille, es immer und immer wieder auszuprobieren, hier etwas zu verändern, dort nochmal etwas neues zu versuchen, der dazu führt, dass am Ende alles so leicht wirkt. Steve Jobs wollte nicht einfach seine Produkte zeigen. Er wollte die Welt begeistern, wollte dass jeder Besucher im Saal aus der Präsentation heraus geht und so ein Gerät haben möchte.

Manche nannten es das „Reality Distortion Field“; in Wahrheit war es die Besssenheit, dass einfach alles perfekt funktionieren musste. Das, was Steve Jobs’ Präsentationen von anderen unterschied, war sein unbedingter Wille zur Perfektion. Er wollte unbedingt die echte Hardware zeigen, keine vorgefertigten Filme oder vorprogrammierten Sequenzen. Es mag unbedeutend scheinen, doch es macht einen gewaltigen Unterschied. Zu sehen, wie etwas funktioniert, ist für das Publikum etwas völlig anderes, als bloß glauben zu müssen, dass es funktioniert.

Viele scheuen den Aufwand, eine Live-Demo so vorzubereiten, dass sie funktioniert. Viele haben Angst, dass etwas nicht so funktioniert, wie es soll. Deshalb verzichten sie lieber darauf. Doch wer Begeisterung für sein Produkt säen will, der muss das echte Produkt zeigen.

Und noch etwas trug zu diesem „Reality Distortion Field“ bei. Jobs wollte, dass das Publikum sich fühlt, als würde es selbst das Gerät bedienen. Jeder im Publikum sollte nachvollziehen können, wie es sich anfühlt, seine Geräte zu bedienen.

Normalerweise wird dazu eine Kamera verwendet, die dem Vortragenden über die Schulter schaut, während er das Gerät bedient. Das ist meist wackelig, liefert schlechte Bildqualität und bleibt schwer erkennbar, weil die Finger des Bedieners den Bildschirm verdecken. Jobs bestand deshalb darauf, dass der Bildschirminhalt des iPhones auf die Projektionsfläche weitergeleitet wird. Ein zusätzlicher technischer Aufwand in dem halb-fertigen iPhone, für den Jobs die Ingenieure wochenlang Überstunden machen ließ:

No one knew whether the extra electronics Jobs demanded the demo phones include would make these problems worse.

Jobs wanted the demo phones he would use onstage to have their screens mirrored on the big screen behind him. To show a gadget on a big screen, most companies just point a video camera at it, but that was unacceptable to Jobs. The audience would see his finger on the iPhone screen, which would mar the look of his presentation. So he had Apple engineers spend weeks fitting extra circuit boards and video cables onto the backs of the iPhones he would have onstage.

Die Wirkung verfehlte das nicht. Die iPhone-Präsentation ist noch heute, fast sieben Jahre später ein Musterbeispiel für eine gelunge Produktvorstellung. Doch Zufall war das nicht, auch nicht die magische Fähigkeit eines genialen Präsentators.

Steve Jobs’ „Reality Distortion Field“ war das Ergebnis äußerster Sorgfalt in der Vorbereitung:

  1. Das Streben nach Perfektion in der Vorbereitung der vorzuführenden Produkteigenschaften. Das schließt auch eine sorgfältige Planung ein, was überhaupt in welcher Reihenfolge vorgeführt wird, also die Planung der Story.
  2. Das Streben nach dem besten Erlebnis für das Publikum. Nicht das Publikum soll sich quälen, sondern der Vortragende, damit das Verständnis des Publikums so einfach wie möglich wird.
  3. Üben. Üben. Üben. Es ist eine Binsenweisheit. Aber eine wahre. Wer nicht übt, wird nicht souverän auf der Bühne stehen.

Der Artikel der New York Times enthält viele weitere faszinierende Anekdoten zur Entstehung des iPhones und ist unbedingt lesenswert. Unbedingt sehenswert ist, auch zum wiederholten Mal, die Präsentation des iPhones:

Das falsche Gelb

Steve JobsViel wurde in der letzten Woche über Steve Jobs’ Rücktritt als Apple-Chef geschrieben. Auch, dass er wahrscheinlich nie wieder eine seiner berühmten Keynotes geben wird. Die waren fraglos sehr gut.

Doch wer von Steve Jobs etwas über das Präsentieren lernen möchte, der sollte auch abseits seiner Keynotes schauen. Ein paar seiner Gedanken, die mein Verständnis von Präsentationen prägten, habe ich hier zusammengetragen.

Jedes Detail ist wichtig, sei es noch so klein

Vic Gundotra, Senior Vice President bei Google, berichtet davon, dass ihn Steve Jobs eines Sonntags Morgens wegen einer äußert wichtigen Sache anrief, die keinen Aufschub dulde. Und was war diese wichtige Sache? Jobs war aufgefallen, dass der Gelbton im zweiten „o“ des Google-Logos in deren iPhone-App ein wenig daneben war – und setzte unmittelbar ein „Notruf-Team” ein, um sich darum zu kümmern.

Diese Art von Pedanterie, bei der auch die allerkleinsten Details zählen, notfalls auch am Sonntagmorgen, macht den Unterschied zwischen einem Produkt, das ganz ok ist, und einem, das begeistert.

Präsentationen, die ganz ok sind, gibt es etliche, solche aber, bei denen auch die allerkleinsten Details stimmen, sind selten – auch deswegen sind Jobs’ Keynotes so berühmt.

Werd’ den Schrott los

Manche werden vielleicht einwenden, es sei doch eigentlich gar nicht Aufgabe eines Konzernchefs, sich um solch kleine Details zu kümmern. Und die Aufgabe eines Managers seien die Visionen, während für die Details die „Experten“ zuständig seien.

Aber es ist genau diese Denkweise, die zu mittelmäßigen Produkten führt. Natürlich ist Jobs kein Übermensch, der als Superhirn doppelt so viel leisten könnte wie seine Kollegen (also Visionen und Details). Aber er hat wie nur Wenige den Mut, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, die wichtigen Dinge richtig zu machen – eben bis ins letzte Detail – und dafür die unwichtigen beiseite zu lassen.

Zu Mark Parker, Chef von Nike, sagte Jobs einmal:

Nike makes some of the best products in the world. Products that you lust after. But you also make a lot of crap. Just get rid of the crappy stuff and focus on the good stuff.

Für die besten Ideen müssen viele gute Ideen liegen bleiben

Diese Konzentration auf die guten Sachen ist es, die dich wirklich weiter bringt. Wozu soll ich einen Teil meiner Zeit damit verschwenden, Dinge zu tun, an die ich nicht 100% glaube, wenn ich stattdessen meine volle Energie in die richtig coolen Sachen stecken kann:

People think focus means saying yes to the thing you’ve got to focus on. But that’s not what it means at all. It means saying no to the hundred other good ideas that there are. You have to pick carefully. I’m actually as proud of the things we haven’t done as the things I have done. Innovation is saying ‘no’ to 1,000 things.

Ich bin überzeugt davon, dass man nur durch diese Fokussierung die wirklich besten Sachen machen kann. Vielleicht ist das die größte Inspiration von Steve Jobs: sein Streben, das Beste zu erreichen, das für ihn möglich ist:

We just wanted to build the best thing we could build. (über den Macintosh)

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Dr. Michael Gerharz

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