The Bay effect

In 2014, director Michael Bay had one of the most devastating performances on a big stage. In a Samsung press conference he totally lost it. It was heartbreaking to watch. He lost it so thoroughly that his lizard brain kicked in with a flight reaction. He literally fled from the stage after about a minute into his appearance.

What had happened? Bay was supposed to endorse Samsungs new curved TVs. Apparently, he had been instructed to just read the text from the teleprompter. But he missed a line. So he got off script and tried to improvise. But he totally failed to do so. This made him feel so embarrassed that his lizard brain commanded him to hide from further embarrassment.

Looking at the scene once again, it makes sense. Bay was trying to act as if he cared for the TVs. Saying words he didn’t believe in on a cause he didn’t believe in. But, he really didn’t care. It wasn’t his words. It was the marketing department’s words. It wasn’t his cause. It was Samsung’s. And that’s why he really couldn‘t improvise. Since he had nothing to say he didn’t know how to say it.

While that’s certainly an extreme example, it’s a similar pattern that we can observe with lots of leaders who feel uncomfortable on a big stage. It’s when they say words that someone told them “sound good” rather than say words that truly matter to them.

The Bay effect is what happens when you try to use “marketing speak” that makes things sound cool rather than speak about the things that actually are cool in words that are truly yours and come natural to you. Once I change this for my clients, time and again it’s the pivoting moment where they start to feel comfortable speaking about the things that matter to them even in front of the largest audiences.

Here’s the video from Michael Bay’s performance:

Die Angst vor dem Fertigwerden

Sie tarnt sich gerne als Perfektionismus und behauptet, es müsse noch ein wenig besser werden.

Oder als Höflichkeit und redet mir ein, man dürfe die Leute jetzt nicht stören.

Sie schiebt Gründe vor wie fehlende Ressourcen und entschuldigt sich, dass wenn sie nur das doppelte Budget hätte, dann würde sie ja und dann könnte sie nämlich.

Sie erinnert mich daran, dass mir die Expertise fehle, und dass ich lieber erst nochmal ein Seminar besuchen sollte.

Aber am Ende ist alles eine raffinierte Verschwörung, die mich daran hindern will, fertig zu werden und meine Arbeit zu veröffentlichen. Es ist die Angst vor dem Fertigwerden. Sobald ich fertig bin, muss ich mein Werk zeigen. Werde bewertet. Was, wenn es ihnen nicht gefällt?

Vor diesem Unwohlsein will mich die Angst vor dem Fertigwerden unter allen Umständen beschützen. Deswegen redet sie mir ins Gewissen: Mach doch lieber noch diese eine Verbesserung …

Ich mag das Bild von Steven Pressfield, der in seinem hervorragenden Buch „The War of Art“ diese Masse an innerem Widerstand als eine Urgewalt des Universums personifiziert. Dieser Widerstand hat ein einziges Ziel: mich daran zu hindern, fertig zu werden und meine Arbeit zu veröffentlichen. Er gibt keine Ruhe, bevor ich aufgebe. Er macht keine Verluste und er gibt nie nach.

Der erste Schritt, um die Angst vor dem Fertigwerden zu besiegen, ist, sich ihrer bewusst zu werden. Dann erkennt man sie nämlich überall. Und man ertappt sich dabei, wie man ihr beschönigende Namen gibt: Geduld, Ausdauer, Perfektion, …

Am Ende kann nur einer gewinnen. Sie oder ich. Entweder ich veröffentliche oder ich tue es nicht. Entweder ich schicke den Pitch ab oder nicht. Entweder ich greife zum Hörer oder nicht. Entweder ich gehe auf die Bühne oder nicht.

Schlagen Sie der Angst vor dem Fertigwerden ein Schnippchen. Done ist better than perfect. Machen ist wie Wollen, nur krasser. Egal, wie Sie es nennen: Veröffentlichen Sie Ihre Arbeit!

Denn was in Ihnen steckt, können nur Sie rauslassen. Niemand wird es für Sie tun. Niemand wird jemals an Ihre Tür klopfen und sagen: Sie dürfen mir jetzt Ihrer Arbeit zeigen.

Sie müssen das schon selbst tun. Machen Sie Ihre Arbeit so gut, wie es irgend geht. Machen Sie sie gerne auch noch besser. Aber werden Sie fertig und veröffentlichen Sie!

Vortragsangst ist ein Lotse

Vortragsangst in Form von Lampenfieber ist normal, selbst für erfahrene Redner, die top vorbereitet sind. Sie ist Teil des Spiels.

Wer keine Angst hat, der hat auch nichts zu verlieren. Wenn Sie aber immer bloß das sagen, wozu sowieso alle nicken, würden alle viel Zeit sparen, wenn der Vortrag erst gar nicht stattfände.

Das Ziel ist gar nicht, keine Angst zu haben, sondern der Angst etwas entgegenzusetzen. Nämlich den Willen, mit der Präsentation etwas zu erreichen: Mitarbeiter zu inspirieren. Investoren zu überzeugen. Ihr Publikum zu begeistern …

Der Punkt ist: Erst wenn es etwas zu verlieren gibt, gibt es auch etwas zu gewinnen. Erst wenn es die Möglichkeit des Scheiterns gibt, lohnt sich der Aufwand. Es ist per Voraussetzung schwierig.

Was also wollen Sie erreichen? Lohnt es sich?

Wenn es sich lohnt, dann lohnt es auch, gegen das Lampenfieber zu bestehen.

Insofern ist Vortragsangst ein Lotse. Erst wenn Sie Angst spüren, wissen Sie, dass Sie etwas sagen, dass nicht selbstverständlich ist. Erst dann gibt es etwas zu gewinnen, doch stets auch die Möglichkeit, dass es den Zuhörern nicht gefällt.

Lampenfieber ist notwendig, wenn Ihre Präsentation notwendig ist.

Wie wird man souverän beim Vortragen?

Wie wird man souverän beim Vortragen? Indem man vorträgt. Immer wieder.

Mitreißende Präsentationen hält derjenige, der es oft tut und der versucht, jedes Mal ein bisschen besser zu werden. Top-Speaker sind deswegen so gut, weil sie den gleichen Vortrag hunderte Male halten. Sie kennen ihren Vortrag in und auswendig und sie haben die meisten Situationen bereits ähnlich erlebt. Deswegen können sie so souverän auf unvorhergesehenes reagieren und so spontan auf Kommentare aus dem Publikum antworten.

Präsentieren gehört zu den Fähigkeiten, die man nicht alleine mit einem Lehrbuch lernen kann. Man muss vor Menschen treten und präsentieren. Wenn man das oft genug tut, passiert u.a. folgendes:

Sie werden souveräner, denn Sie bekommen mit jedem Vortrag mehr Routine, werden gelassener, wissen, was kommt. Sie finden die Stellen, die noch nicht rund sind und verändern sie solange, bis sie passen. Sie lernen, wie Sie auf Fragen reagieren, deren Antwort Sie noch nicht kennen, nehmen Besserwissern schlagfertig den Wind aus den Segeln und finden den roten Faden schnell wieder, wenn sie ihn doch einmal aus den Augen verlieren sollten.

Sie werden spontaner, denn je öfter Sie etwas tun, desto mehr Situationen erleben Sie. Eine unerwartete Frage bringt Sie nicht aus der Ruhe. Die Anekdote, die Sie in der Kaffeepause vor Ihrem Vortrag bei Small Talk aufgeschnappt haben, fügen Sie mühelos in Ihre Story ein.

Und Sie werden authentischer, denn Sie zeigen sich von Ihrer „echten“ Seite, nicht der angestrengten Hoffentlich-mach-ich-nichts-falsch-Seite.

Kurz: Sie zeigen sich von Ihrer besten Seite, weil Sie sich wohl fühlen.

Nutzen Sie jede Gelegenheit, zu präsentieren und laut zu üben. Und holen Sie sich ehrliches Feedback von Menschen, denen Sie vertrauen.

12 Fragen: 11. Hab ich alles?

Es kann losgehen. Sie haben sich sorgfältig vorbereitet, einen fesselnde Story und tolle Folien. Beamer an! Nur: leider passt der Adapter nicht. Erst Hektik, dann Panik, gefolgt von verzweifelten „Ähs“ und „Öhs“. Vermeiden Sie diesen Last-Minute-Stress, indem Sie sich eine sorgfältige Checkliste machen, auf der Sie alles abhaken, was Sie für Ihren Vortrag brauchen.

Let’s Talk – Folge 22: Liebe statt Lampenfieber

Heute zu Gast: Claudia Dalchow, Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin aus Köln.

Wir haben uns unterhalten über Schauspieler und Versteckspieler, über den Moment, wenn man auf eine Bühne geht, atemberaubende Spannung und pure Freude, über Adrenalin und Spiegelneuronen, über das Glück, unglaublich nette Kollegen zu haben, über die perfekte Vorbereitung, die richtige Einstellung und den ersten Schritt und über das, was man einfach aushalten muss.

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Wie es zu einer Präsentation kommt – oder auch nicht

Bitte ankreuzen:

☐ Ich habe etwas zu sagen, will es sagen und darf es auch.

☐ Ich habe etwas zu sagen, will es sagen, darf aber nicht.

☐ Ich habe etwas zu sagen, will es zwar nicht, muss aber.

☐ Ich habe etwas zu sagen, tue es aber nicht.

☐ Ich habe nichts zu sagen, will aber und darf.

☐ Ich habe nichts zu sagen, will aber und darf nicht.

☐ Ich habe nichts zu sagen, will es auch nicht, muss aber.

☐ Ich habe nichts zu sagen und tue es auch nicht.

Neulich im Weltall

Sie schweben durch’s All. Mit nichts als einer dünnen Sicherheitsleine, die Sie in an Ihrer Raumstation hält. Sie bewundern die Schönheit der Erde von oben, die dünne blaue Schicht, die unseren Planeten von unendlichem Schwarz trennt. Und auf einmal können Sie nichts mehr sehen.

Panik! Sie rudern umher, wissen nicht mehr, wo oben und unten ist, geschweige denn wie Sie zur Einstiegsluke zurückfinden. Das ist der Stoff, aus dem die wirklich fiesen Alpträume gemacht sind, oder? Denkste. Ist im echten Leben passiert. Nämlich dem kanadischen Astronauten Chris Hadfield auf einem seiner Allspaziergänge außerhalb der Internationalen Raumstation.

Ja, das Leben eines Astronauten ist gefährlich.

Quasi in jeder Sekunde seines Einsatzes riskiert er sein Leben. Es könnte soviel passieren. Der Shuttle könnte beim Start explodieren, an Bord könnte Feuer ausbrechen, ein Stück Weltraumschrott könnte die Station treffen, die mit 8 km die Sekunde um die Welt rast (das kann tatsächlich nicht nur im im Film Gravity passieren, der Schrott ist nämlich überall), der Fallschirm der Wiedereintrittskapsel könnte nicht aufgehen oder, tja, man könnte beim Weltraumgang auf einmal nichts mehr sehen.

Wie schafft es ein Astronaut wie Chris Hadfield, nicht in jeder Sekunde von jedem Tag in der Schwerelosigkeit völlig wahnsinnig vor Angst zu werden? Wie hat er es geschafft, blind im Weltall nicht einer rasenden Panik nachzugeben?

Keine Panik!

Zugegeben, Hadfield ist schon eine ziemlich coole Socke. Aber extreme Situationen meistert er, wie alle Astronauten, mit einer Technik: Routine. Astronauten üben in ihrer Ausbildung, sich auf jede Eventualität vorzubereiten. Sie gehen Szenarien und Notfälle durch, immer und immer und immer wieder. Bis sich die Abläufe so eingeprägt haben, dass in in Extremfällen nicht die Angst die Kontrolle übernimmt, sondern die Routine.

Orientierungslos im All werden Sie sich wahrscheinlich (hoffentlich) nie wiederfinden. Aber jeder Vortragende hat Angst vor diesem Moment, in dem etwas aus dem Ruder läuft und er völlig aus dem Konzept kommt. Wenn er die Orientierung verliert und nicht mehr weiß, wo es weitergeht. Kann passieren, wir sind ja alle nur Menschen. Wir können Lampenfieber bekommen, der Beamer kann ausfallen, Sie könnten Ihre Redekärtchen zuhause vergessen.

Aber Sie können etwas dagegen tun, dass sie in Folge dessen blind umherrudern. Schauen Sie es sich bei den Astronauten ab und üben Sie, bis Sie Ihren Vortrag im Schlaf halten könnten. Bis Sie ihn sozusagen auch blind im Weltall halten könnten.

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Was ist Lampenfieber und was kann man dagegen tun?

Es gibt viele Tipps & Tricks gegen Lampenfieber. Manche wirken, manchmal, manche manchmal nicht und manche gar nicht. Aber die Frage ist doch: Was ist eigentlich Lampenfieber und woher kommt es? Wer das verstanden hat, der kann wirkungsvoll etwas dagegen tun. 

TED-Ed hat ein hervorragendes Video veröffentlicht, das genau diese beiden Fragen beantwortet. Was ist Lampenfieber und wie kann man sich dagegen wehren:

Ausführlichere Informationen finden Sie in dem zugehörigen Artikel „What happens to our brains when we have stage fright: The science of public speaking“.

Vor dem Vortrag

Nervöser Geschäftsmann kauft auf den Fingernägeln

Es ist kurz vor der Präsentation und die ersten Teilnehmer kommen schon herein. Sie klicken noch einmal die Folien durch und trinken einen Schluck Wasser. Die Hände sind ein bisschen feucht, denn Sie kennen keinen einzigen der Teilnehmer. Hoffentlich stellen die keine fiesen Fragen; einige von denen gucken schon so grimmig. Sie warten ungeduldig die Vorstellung durch den Gastgeber ab, treten dann hinter Ihr Pult und begrüßen Ihr Publikum.

Oder lieber so:

Drei Geschäftsleute unterhalten sich locker

Es ist kurz vor der Präsentation und die ersten Teilnehmer kommen schon herein. Sie gehen auf sie zu, stellen sich vor und sagen: „Schön, dass Sie da sind. Ich wusste gar nicht dass…“ Das wiederholen Sie auch mit anderen Teilnehmern, die nach und nach den Raum betreten. Während der Vorstellung durch den Gastgeber lächeln Sie und blicken in die jetzt bekannten Gesichter. Dann gehen Sie auf das Publikum zu und begrüßen es.

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Dr. Michael Gerharz

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