Humboldts fehlende Geschichten

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Alexander von Humboldt hatte bereits zu Lebzeiten ein legendäres ansehen („der Wissenschaftsfürst“) und galt als einer der größten Wissenschaftler seiner Zeit.

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Sein Ruhm basierte zu großen Teilen auf seiner monumentalen Amerikaexpedition, deren beeindruckende Ergebnisse Humboldt in einem gigantischen 30-bändigen Werk präsentierte. Dieses Reisewerk, dessen Erschaffung nach der Reise sein restliches Vermögen endgültig verschlungen hatte, fand aber weit weniger öffentlichen Anklang, als Humboldt erhofft hatte. Über die Ursachen lesen wir in Daniel Kehlmanns grandiosem Roman Die Vermessung der Welt:

Sein lang erwarteter Reisebericht habe das Publikum enttäuscht: Hunderte Seiten voller Meßergebnisse, kaum Persönliches, praktisch keine Abenteuer. Ein tragischer Umstand, der seinen Nachruhm schmälern werde. Ein berühmter Reisender werde nur, wer gute Geschichten hinterlasse.

Wie wahr ist das für so viele PowerPoint-Präsentationen, die wissenschaftliche Ergebnisse präsentieren, aber aus ihrer Detailwelt nicht ausbrechen können; für Präsentationen, die selbst Fachleute kaum verstehen können, geschweige denn die breite Öffentlichkeit, weil sie nur Fakten aneinander reihen, ohne sie mit Leben zu füllen. Ein bisschen mehr Lebendigkeit, ein bisschen weniger staubtrockener Präsentations-Formalismus täte solchen Präsentationen wirklich gut. 

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