Gegen das Vergessen

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier, der Bekanntes ausblendet. Wie den Fleck auf der Tapete, der uns ein paar Tage lang auffällt und danach verschwindet. Oder die Laberbacke Langmüller. In der ersten Kaffeepause haben Sie sich noch mit ihm unterhalten, nach einer Woche hat nur noch er sich unterhalten, Sie dagegen haben abgeschaltet und wussten schon drei Minuten später nicht mehr, worüber er eigentlich geredet hat.

Unser Gehirn ist unheimlich gut darin, Alltägliches auszublenden. Es wird einfach nicht abgespeichert. Nix neues? Unwichtig, weg damit. Das ist auch gut so, denn würde das Gehirn ständig alles jederzeit abrufbar speichern, würden wir permanent von Assoziationen überschüttet. Stattdessen blenden wir Bekanntes aus.

Das gilt auch für Präsentationen. Sieht eine Power-Point-Präsentation aus wie eine PowerPoint-Präsentation, schaltet das Publikum – gewohnheitsmäßig – eben in den Modus PowerPoint-Präsentation. Und das bedeutet für viele Zuhörer: langweilig wie immer. Abgespeichert wird dann nichts mehr.

Unerwartetes setzt sich dagegen viel leichter fest. Z.B. wenn der Beamer am Anfang einfach mal aus bleibt. Oder wenn Ihre PowerPoint eben nicht so aussieht wie eine PowerPoint (deswegen war Prezi, bevor es angefangen hat zu nerven, auch so hip). Oder indem Sie dem Publikum eine aktive Rolle geben.

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